Friday, September 25, 2015

Ein Wochenendausflug, Teil 2: Wilde Tiere und viel Wind - Ein Besuch auf Aquila


Ein neuer Morgen bricht über Ceres an. Nachdem wir gestern erschöpft ins Bett gefallen waren, da langes Autofahren und Zipsliding doch anstrengender waren als erwartet, sollte uns unser Weg heute au die Aquila Private Game Reserve führen. Der Wecker klingelte mal wieder viel zu früh und der Großteil der Stadt schien noch zu schlafen, doch wir müssen pünktlich losfahren.
Nach dem bereits in Teil 1 beschriebenen üppigen Frühstück sind wir bereits etwas wacher und machen uns auf den Weg.

Der Weg nach Aquila ist denkbar einfach, denn von Ceres führt die R46 auf direktem Wege dorthin. Einfach den Schildern nach Touwsrivier folgen, die größte Herausforderung besteht darin, einmal rechts abzubiegen.


Nach etwa einer Stunde kommen wir an. Freundlich werden wir mit einem Sekt oder wahlweise Traubensaft empfangen, um dann zu unserem zweiten Frühstück des Tages gebeten zu werden.
Dieses wird im großen Speisesaal der Reserve eingenommen, wo wir durch Bilder schon ein wenig auf den Tag eingestimmt werden.


Nachdem wir uns die Anlage ein wenig angesehen haben, begeben ir uns zum Abfahrtspunkt. Das Wetter zeigt sich leider wider Erwarten nicht von seiner besten Seite, denn immer wieder fängt es an zu regnen und der Wind versucht Kapstädter Verhältnissen Konkurrenz zu machen. Doch der Veranstalter hat vorgesorgt, für jeden Teilnehmer der Safari gibt es Wärmflaschen, Decken und Regenponchos.
Nachdem wir alle in den Fahrzeugen sitzen, geht es los.
Auch wenn Aquila nicht die Größe eines Nationalparks erreicht und an sich nur ein verhältnismäßig kleines umzäuntes Gebiet umfasst, gibt es hier viel zu sehen. Und die insgesamt 8000 Hektar Fläche sind nicht in 10 Minuten erkundet.

Zunächst bleiben wir in der Nähe des Zaunes und treffen nach wenigen Minuten auf zwei Elefanten, die hier gemütlich grasen.
Nach einiger Zeit kommt auch eine Herde Springbocke dazu, die sich jedoch meist fotoscheu im Strauchwerk tarnt.

Im Hintergrund sind die Unterkünfte für Übernachtungsgäste zu sehen


Anschließend fahrend wir rumpelnd und schaukelnd weiter. Nach kurzer Zeit treffen wir an einem Wasserloch auf Nilpferde. Wie auch schon zu den Elefanten gibt uns unser Guide hier ausführliche Informationen zur Lebensweise der Tiere, wie gefährlich sie sind und was sie auszeichnet. So erklärt er, dass Nilpferde trotz ihres behäbigen Aussehens äußerst gefährliche Tiere sind und auf dem afrikanischen Kontinent die meisten Angriffe auf Menschen auf sie zurückzuführen sind.



Nach und nach  begegnen wir so vielen bekannten Tieren des afrikanischen Kontinents, darunter Elands, Straußen, Giraffen, Büffeln und Zebras.
Ein kurzer Spannungsmoment ergibt sich bei den Nashörnen. Diese ziehen friedlich weidend über das Land. Einmal kommen sie jedoch den Fahrzeugen sehr nahe und richten ihr Interesse eher auf uns als auf die Nahrungsaufnahme. Schnell müssen die beiden Fahrzeuge zurücksetzen und wir werden ordentlich durchgerüttelt. Das hat uns allen gezeigt: Auch wenn Aquila ein abgezäuntes Gebiet umfasst, es handelt sich um wilde Tiere, die keineswegs berechenbar sind.
Uns passiert jedoch nichts und schnell widmen sich die beiden Dickhäuter wieder ihrem Alltagsgeschäft.




Nachdem diese beiden uns kurz zu nahe gekommen waren, wurde die Nahrungsaufnahme schnell wieder interessanter.
Eine Herde Elands. Bei diesen Tieren handelt es sich um die größe Antilopenart.

An den Besuchern besteht nur mäßiges Interesse.
Irgendwie geht es immer nur ums Fressen...
Nach etwa 90 Minute Safari wurde eine Pause eingelegt. Abgesehen vom Leoparden und dem Löwen hatten wir inzwischen drei der Big Five gesehen - Elefant, Büffel und Nashorn.
Da die Löwen in einem abgetrennten Bereich leben, legten wir vorab eine Pause zwecks eines kleinen Umtrunks ein. Im Löwengehege wäre das nicht die beste Idee gewesen...
Je nach Geschmack gab es Wein, Sekt oder Wasser. Und obwohl uns der Wind um die Ohren blies und der Nieselregen sein bestes gab, die Getränke zu verwässern, waren wir bester Laune dank der bisherigen Erlebnisse.

Trotz des Windes ließen wir uns den Wein schmecken.
Nachdem die Pause vorbei war, ging es in die Hügel am Rande der Reserve. In diesem 500 Hektar großen Gebiet befinden sich die Löwen. Sie sind von den anderem Tieren getrennt, da sie sonst zuviele der anderen Tiere erjagen würden. Das Gesamtgebiet ist zu klein und zu dünn von Tieren besiedelt, um eine Gruppe hungriger Löwen kompensieren zu können.

Nach einigem Suchen fand unser Guide schließlich an einem Wasserloch das Löwenrudel. Sie schienen über den Regen und die Windböen ebenso erfreut zu sein wie wir und lagen mit zusammengekniffenen Augen im Gras.

"Mistwetter, oder?" "Und wie..."

Pure Entspannung.

Irgendwann jedoch kam Bewegung in die Herde und eine der Löwinnen lief zu einem in der Nähe liegenden Kadaver, um ihren Hunger zu stillen. Kein schöner Anblick, aber interessant anzusehen, denn es gehört schließlich zum Naturalltag.

Auf gehts zum Fressen


Guten Appetit!
Am Ende der Tour waren wir vom Wind zerzaust, aber das machte uns nicht aus. Außer dem Leoparden hatten wir heute fast alle Big Five und viele andere Tiere gesehen und einen spannenden Tag verbracht. Die Information des Guides wirkten sehr kompetent und interessant und der im Preis enthaltene Service  war hervorragend.
Unser Fahrer zeigte uns noch die Auzuchtsstation von Aquila, außer zwei Geparden ließen sich jedoch keine Tiere blicken.

Die Geparden und andere Tiere in der Aufzuchtsstation waren verletzt oder schwach und werden hier gesund gepflegt.
 Anschließend gab es noch ein umfangreiches Mittagessen, so dass auch wir uns an diesem Tag ausführlich dem Thema Essen gewidmet haben.
Danach begaben wir uns auf den Rückweg nach Kapstadt, der noch einfach als der Hinweg ist, denn etwa 90% der Route verlaufen über die N1.
Es war ein spannendes und ereignisreiches Wochenende und das Aktivitätenpaket ist wirklich zu empfehlen.


Übrigens gibt es auch auf Aquila Übernachtungsmöglichkeiten, leider war zu unserem Reisezeitpunkt keine frei. Insgesamt gibt es 80 Schlafplätze, die im Oktober mit einem Neubau auf 140 aufgestockt werden. Auch sonst wird auf Aquila im Moment viel ausgebaut.
Die Räume sind in drei Kategorien unterteilt: Premier Luxury, Family Luxury und Standard Luxury. Alle Räume sind in gemütlichen Hütten untergebracht und bieten alles, was man sich wünschen kann.

Ein besonderes Erlebnis sind die Premier Luxury Chalets, da sie sich direkt an der Gehegegrenze befinden und so einen Blick auf die wilden Tiere ermöglichen. Die Preise variieren je nach Saison zwischen 3495 Rand und 3845 Rand pro Person. Bis auf wenige Ausnahmen finden hier zwei Personen Platz.

Premium Luxury Chalets
Die Familien-Chalets bieten Platz für bis zu acht Personen und kosten saisonabhängig 1995 Rand bis 3295 Rand, während die Standard-Chalets ebenfalls 2-3 Personen Platz bietenund 1895 Rand bis 2855 Rand kosten.

Wer für ein paar Tage dem Stadtleben wirklich entfliehen will, ist hier richtig, denn Aquila liegt völlig isoliert in der Karoo und außer der Straße findet sich hier nichts.
Und auch wer für mehrere Tage bleibt, muss nicht täglich dieselbe Safari machen. Es gibt auch Safaris per Quad oder auf Pferden und so lohnen sich auch mehrere Übernachtungen.

Die Preise für eine normale Safari varriieren ebenfalls saisonabhängig und kosten zwischen 1295 und 1865 Rand. Wählen könnt ihr zwischen der morgendlichen und nachmittäglichen Tour.
Es gibt auch Kombiangebote für Übernachtungen und Safari oder verschiedene Touren an einem Tag, beispielsweise Quadbiking +  eine normale Safari. So ist für jeden etwas dabei.

Ein Hinweis zum Schluss: Häufig wird kritisiert, dass die Tiere in Aquila eigentlich gar nicht in freier Wildbahn leben und es sich eigentlich um einen großen Zoo handelt. Hier wird dann gerne mit dem Krügerpark verglichen.
Auch wenn die Tiere tatsächlich nicht wirklich frei leben, haben sie enorm viel Platz, mit einem Zoo hat Aquila nichts zu tun. Auch ihre Umgebung ist natürlich, die meisten Tierarten kommen in der Karoo vor. Sie leben frei und verhalten sich wie alle anderen Wildtiere auch und sind trotz ihrer Gewöhnung an menschliche Besucher nicht ansatzweise zahm.
Natürlich ist die Reserve nicht mit dem Krügerpark zu vergleichen, da dieser deutlich größer ist und es sich um einen Nationalpark handelt. Wer jedoch wilde Tiere in der Nähe von Kapstadt beobachten will, ist hier genau richtig.Wie in einem Zoo habe ich mich nie gefühlt, da das Verhalten der Tiere deutlich natürlicher wirkt als in kleinen Gehegen.


Alle weiteren Infos könnt ihr auf der Website finden: http://www.aquilasafari.com/



Von: Johannes Huland

Tuesday, September 22, 2015

Ein Wochenendausflug, Teil 1: Zipsliding in Ceres


Kapstadt hat viel zu bieten, das steht außer Frage. Aber auch um Kapstadt herum gibt es viel zu entdecken. Und so entschiedene eine Freundin und ich uns, einen Wochenendtrip nach Ceres zum Ziplsiden und auf die Aquila Private Game Reserve zu machen. Beide Aktivitäten lassen sich auch getrennt als Tagesausflüge durchführen, aber wir haben uns entschieden, beide Trips miteinander zu verbinden, da Ceres auf dem Weg nach Aquila liegt.

Samstagmorgen ging es in Kapstadt los. Um nach Ceres zu gelangen gibt es verschiedene Wege, der schnellste führt über die N1 und ab Rawsonville über spektakuläre Passstraßen durch die Berge. Hier ist schon der Weg das Ziel, denn die abwechslungsreiche Landschaft ist atemberaubend.


Nachdem wir den letzten Pass überwunden hatten, öffnete sich vor uns das Tal von Ceres. Auch wer den Ort nicht kennt, wird im Supermarkt eventuell eine Saftpackung mit demselben Namen gesehen haben. Denn hier kommt ein Großteil des Obstes für die Säfte her. Die Gegend ist sehr fruchtbar und für Landwirtschaft perfekt geeignet. Weiterhin ist Ceres eine hervorrangende Wandergegend.
Wir sind jedoch nicht wegen des Obstes oder zum Wandern hierher gekommen. Unser Ziel war das Zipsliding. Da Ceres von wilden, zerklüfteten Bergen umgeben ist, lassen sich hier mühelos Seile von einer Talseite zur andern spannen, was spektakuläre Fahrten verspricht.

Blick in den Garten unserer Unterkunft.
Zunächst haben wir jedoch unser Zimmer im Guesthouse bezogen. Unsere Wahl war auf das Porterhouse Eleven gefallen. Es liegt zentrumsnah, aber sehr ruhig und ein einfaches Doppelzimmer kostet inklusive Frühstück 300 Rand pro Person. Jeder Gast hat Zugang zu einem schönen, gepflegten Garten und ein gesicherter Parkplatz ist ebenfalls im Preis enthalten.
Wir waren rundum zufrieden mit dem freundlichen Service. Da wir am nächsten Morgen schon vor 8 losfahren mussten, fragten wir nach einem frühen Frühstück, was kein Problem darstellte. Und es gab frisch für uns gebratene Spiegeleier, Bacon und Boerewors - so lässt sich ein Tag gut beginnen.

Nun aber zurück zum Zipsliding. Nach einer kleinen Tour durch die Stadt und einem Mittagessen in der warmen Frühlingssonne machten wir uns zum Büro von Ceres Adventures auf, welches am Ortseingang liegt. Auch hier wurden wir freundlich empfangen und wurden umgehend mit den Sicherungsgurten ausgestattet. Dann ging es auch schon los. Zusammen mit unseren Guides begaben wir uns in den Bus, der uns zum Startpunkt in den Bergen bringen sollte. Nach etwa zehn Minuten Fahrt standen wir dann hoch oben über Ceres.
Blick von der ersten Plattform.
Dann ging es schon los. Die beiden Guides erklärten uns sachkundig das Bremssystem und was zu tun ist, wenn wir zu früh stoppen sollten. Dann geht es nämlich nur mit Muskelkraft weiter.
Die Betreuung war sehr gut und ich habe mich keinen Moment unsicher gefühlt.
Und schon hieß es: Bremse lösen - Abfahrt! Schneller werdend sause ich über den ersten Abschnitt der Schlucht. Der Wind treibt mir Tränen ins Gesicht, die Aussicht ist trotzdem atemberaubend. Und es kommt, wie es kommen musste, ich bremse zu stark und der Wind lässt mich zusätzlich langsamer werden. Etwa fünf Meter vor der Zielplattform bleibe ich in der Luft hängen. Jetzt heißt es ziehen.


Nach einer kostenlosen Fitnesseinlage habe ich es dann doch geschafft.
Und so geht es Plattform für Plattform voran. Die Abschnitt sind alle unterschiedlich lang und schnell und so ist jedes Stück eine neue Herausforderung. Dafür bieten sich auch jedesmal großartige neue Ausblicke. Mal geht es über einen tiefen Canyon, durch den sich der allgegenweärtige Gebirgsbach schlängelt, an anderen Stellen rauschen wir über kleine Teiche, die sich hier gebildet haben.

Der Wind hat mich in leichte Schieflage gebracht...

Immer wieder wird ein Gebirgsbach überquert.
Mit jeder Seilrutsche bekommen wir ein besseres Gefühl, wann wir bremsen müssen. Mehr und mehr können wir uns auf die Ausblicke konzentrieren und jedes Mal haben wir mehr Spaß.
Irgendwann müssen wir aufpassen, dass wir vor lauter Ausblicken nicht die Handzeichen der Guides übersehen, mit denen sie uns zeigen, wann wir bremsen müssen.


Teilweise ging es nicht über, sondern durch die Schlucht.
Nach etwa einer halben Stunde kommen wir auf der letzten Plattform an. Die Zeit verging im wahrsten Sinne des Wortes wie im Flug. Und nun spüren wir beide auch, dass an einem Seil hängen ganz schön anstrengend sein kann, denn unbewusst spannt man seinen Körper an, um nicht schlaff in den Gurten zu hängen. Und auch die ungewohnten Zugbewegungen am Anfang, als wir es nicht immer bis zur nächsten Plattform geschafft haben, sorgen für Erschöpfungserscheinungen. Das Adrenalin hatte uns vorher davor bewahrt.
Nun ging es im Bus zurück zum Büro. Auf der Fahrt erzählt uns Rachel, eine der Guides einige Anekdoten. So war zum Beispiel die älteste Person, die je an einer Tour teilgenommen hat, eine 94-jährige, die das Zipsliding ebenso wie wir sehr genossen hat.
Außerdem lässt sie uns wissen, dass männliche Teilnehmer im Schnitt deutlich mehr Angst haben, obwohl sie sich anfangs gerne sehr gelassen geben.

Am Ende des Tages waren wir erschöpft, aber glücklich. Ziplsliding ist ein sehr kurzweiliges Erlebnis für alle Altersgruppen. Es ist spektakulär und entspannend zugleich und die Ausblicke sind großartig. Wer allerdings Höhenangst hat, sollte sich überlegen, ob er diese überwinden kann, denn die Seile sind teilweise in größeren Höhen gespannt. Hier muss jeder für sich selbst entscheiden, auch wenn laut Aussage von Ceres Adventures schon einige Teilnehmer mit Höhenangst dabei waren und ihre Probleme überwinden konnten.
Für uns war es ein unvergessliches Erlebnis mit Ceres Adventures, an dem es nichts zu beanstanden gab.

Im zweiten Teil unseres Wochenendausfluges geht es morgen weiter auf die Aquila Game Reserve.



Infos zu Ceres Adventures und Guesthouse:

Die Zipslide-Touren kosten 400 Rand pro Person. Wer jedoch im Porterhouse Eleven übernachtet, kann noch bis November einen Winterrabatt bekommen, so dass die Touren nur 200 Rand kosten.

http://www.ceresadventures.co.za/

http://www.wheretostay.co.za/porterhouseeleven





Von: Johannes Huland

Friday, September 18, 2015

Wein, Autos und ein Katapult - ein Besuch auf dem PIWOSA WINE C4R BOOT




Einige Leser werden sich sicherlich fragen, was denn ein Katapult mit Wein zu tun haben soll. Diesselbe Frage stellte ich mir auch. Zu einem zufriedenstellenden Ergebnis bin ich bis jetzt nicht gekommen. Dafür weiß ich jetzt jedoch, dass das PIWOSA (Premium Independent Wineries of South Africa) WINE C4R BOOT ein äußerst kurzweiliges Erlebnis ist.

PIWOSA ist ein Zusammenschluss einige der bekanntesten Weinproduzenten Südafrikas. Das WINE C4R BOOT ist eine Mischung aus Weintasting, Messe und Familienfest auf dem Journey's End Estate in Somerset West, etwa 50 Kilometer von Kapstadt entfernt.

Blick auf das Katapult
In dieser malerischen Umgebung laden verschiedene Winzer zu einer Probe ihrer Produkte ein. Das besondere ist jedoch, dass alle Anbieter ihren Wein um historische Automodelle herum verkaufen.
Weiterhin gibt es Livebands, verschiedene Essensstände, eine Weinolympiade mit Fass-Wettrollen, Wein-Weitspucken und anderen Wein- "Sportarten". Auch für die jüngeren Besucher war mit Hüpfburgen, Face-Painting und Ponyreiten gut gesorgt.

Blick in das Hauptzelt.

Bevor das eigentliche Weintasting begann, erhielt jeder Besucher ein Glas mit PIWOSA-Signatur, um dann auf seine Reise zu den verschiedenen Weinständen geschickt zu werden.
Und so verschieden wie die Autos waren auch die Weine. Einzig die Auswahl an Roséweinen ließ ein wenig zu wünschen übrig, dennoch kamen Weinliebhaber hier voll auf ihre Kosten. Unzählige verschiedene Jahrgänge wurden fachkundig und unterhaltsam präsentiert. Und wer auf den Geschmack gekommen war, konnte gleich einen Karton oder eine Flasche käuflich erwerben.

Wem der Wein einmal zu sehr zu Kopfe stieg oder wessen Geschmacksnerven eine Pause benötigten, konnte sich auf einer der vielen Sitzgelegenheiten niederlassen, sich entspannen und beispielsweise das Fassrollen beobachten.
Hier werden sportliche Höchstleistungen erbracht.
Außerdem wurde jede halbe Stunde der Tribock abgefeuert. Es handelt sich um eine sehr große Variante eines mittelalterlichen Katapults, welche speziell für das Weingut zu Unterhaltungszwecken angefertigt worden ist. Unter großen Anfeuerungsrufen wurden Weinfässer abgefeuert, die bei jeder Landung spektakulär platzten.




Soviele Ereignisse machen natürlich hungrig und so zog es vor allem zur Mittagszeit viele Menschen zu den Essenständen. Und hier muss die sonst gute Organisation leider kritisiert werden, denn zu Beginn gab es gerade einmal zwei Essensstände und so bildeten sich sehr lange Schlangen. Später wurden scheinbar spontan zwei weitere Stände dazugestellt, lange Wartezeiten mussten wir trotzdem in Kauf nehmen.

Hochbetrieb an den Essensständen.
Durch die entspannte Atmosphäre und das bunte Rahmenprogramm konnte dieses Problem jedoch gut kompensiert werden.  Der offene Aufbau des Geländes sorgte dafür, dass sich die Besucher treiben lassen konnten. Somit ergaben sich auch immer neue Gespräche und Bekanntschaften. Sei es bei einem entspannten Mittagessen auf der Wiese rund um das Hauptzelt oder bei einem Glas Wein vor dem Katapult, alles fühlte sich sehr locker und familiär an.

Zum krönenenden Abschluss wurde mit dem Tribock noch ein ganzes Auto geschleudert, was noch einmal zahlreiche Schaulustige anzog. Danach ging es wieder zurück nach Kapstadt, müde aber zufrieden und voller Eindrücke von einem sehr entspannenden Event.

Die Höhenflüge eines Autos.

 
Und so entstehen Kleinwagen.


Wer einmal ein etwas anderes Wine-Tasting ausprobieren möchte, sollte also nächstes Jahr schauen, wann das nächste Wine Car Boot stattfindet. Tickets haben dieses Jahr 150 Rand gekostet und enthalten 12 Weinproben und das signierte Glas.

http://www.piwosa.com/


Von: Johannes Huland

Tuesday, September 15, 2015

Samosas, Curry und viele Anekdoten - Eine Kochtour im Bo-Kaap mit Zainie Misbach


 Es ist Samstagmorgen und ich sitze auf den Stufen vor dem Bo-Kaap Museum und lasse mir die ersten Sonnenstrahlen des Tages ins Gesicht scheinen. Zum Sonnen bin ich hier jedoch heute nicht hergekommen, vielmehr warte ich auf Zainie Misbach. Denn heute werde ich mich einer ihrer "Bo-Kaap Cooking Tours" anschließen.

Dieses Viertel hat aufgrund seiner besonderen Bevölkerungstruktur eine ganz eigenständige Küche. Einflüsse aus Indonesien, Indien und den Gerichten der europäischen Siedler haben eine einzigartige Mischung hervorgebracht, die sich durch einen starken Fokus auf Masalas (Gewürzmischungen) auszeichnet, ohne dabei jedoch die Schärfe der indischen Küche zu erreichen.
Bekannte Gerichte sind beispielsweise Daltjies und verschiedene Currygerichte.

Das Bo-Kaap mit dem Lion's Head im Hintergrund.
 Inzwischen hat sich die ganze Gruppe zusammengefunden und Zainie begrüßt uns herzlich. Nach einer kleinen Einführung über die Tour, das Bo-Kaap und die hiesige Küche begeben wir uns in den Gewürzladen auf der anderen Straßenseite. Hier erklärt uns Zainie die wichtigsten Gewürze der Kapmalaien-Küche und wie sie zu Masalas gemischt werden.




 Anschließend führt sie uns kurz durch das Viertel. Zainie wohnt hier seit vielen Jahrzehnten und kennt die Gegend und ihre Bewohner bis ins kleinste Detail. Auch Kochen gehört für sie seit langer Zeit zum Alltag. Nach eigener Aussage hat sie alles von ihrer Großmutter gelernt. Und sie erkannte, dass viele Traditionen in Kapstadt in Vergessenheit geraten waren. Um alte Rezepte und Kochmethoden wieder zu etablieren, eröffnete sie zwei Restaurants, darunter das Noon-Gun Resttaurant. Beide Restaurants sind inzwischen verkauft, seit 10 Jahren widmet sich Zainie ausschließlich ihren Kochtouren, in denen sie ihre Kochkünste verbunden mit vielen Anekdoten weitervermitteln möchte.

Nach unserer kleinen Tour begeben wir uns zu Zainies Haus und betreten eine kleine Oase. Das Haus selbst ist gemütlich eingerichtet und wirkt einladend. Das wahre Highlight ist jedoch der Garten. Auf der Veranda des Hauses wachsen Bananen und durch eine Tür gelangen wir in den großen Gemeinschaftsgarten der umliegenden Häuser. Neben den allgegenwärtigen Bananen finden sich hier auch noch Olivenbäume. Ein wunderschöner Ort, der zum verweilen einlädt.

Eine Bananenstaude in Zainies Garten.
 Aber wir wollen nicht verweilen, wir wollen kochen. Gesagt-getan! Jeder von uns zieht sich eine Schürze an und wir beginnen, das Hähnchencurry vorzubereiten. Zuerst wird das Masala gemischt und dann die Basis aus Zwiebeln und Tomaten vorbereitet. Nach und nach kommen die restlichen Zutaten in den Topf, dann wird alles für einige Zeit geschmort. Jeder von uns macht einen anderen Arbeitsschritt, so dass niemand passiv bleibt. Zainie gibt währenddessen Tips, wie wir Currys am besten kochen und unterhält uns mit ihrer fröhlichen Art.

De Grundzuaten für das Masala: Kurkuma, Kreuzkümmel, Koriander, Paprika Kardamom
Unser Hähnchencurry entwickelt sich langsam, aber stetig.


Zainie gibt Anweisungen
Nachdem das Curry fertig vorbereitet ist, widmen wir uns den Rootis, dünnen Brotfladen, die in der Pfanne zubereitet werden. Bevor sie fertiggestellt werden, müssen sie verschiedene Arbeitsschritte durchlaufen, die sehr genau befolgt werden müssen. Alle sind jedoch überrascht wie einfach es eigentlich ist, Zainies Anweisungen zu folgen, die zunächst kompliziert wirken. Sobald wir jedoch selbst tätig werden, fühlt es sich an, als hätten wir nie etwas anderes getan.

Zainie zeigt uns die richtige Ausrolltechnik.

So weit, so gut.

Die Fladen werden anschließend zu Teigklößen geformt



Der Brotteig ruht im Kühlschrank, die Curry köchelt auf dem Herd - nun ist es Zeit für die Snacks, genauer gesagt Daltjies und Samosas. Erstere sind kleine frittierte Teigballen mit Beigaben wie Spinat oder Chili. Zusammen produzieren wir den Teig und jeder darf einige Ballen ins heiße Öl geben. Nachdem alles abgekühlt ist, stürzen wir uns auf unsere selbstproudzieren Bällchen. Dazu gibt es typische Chilisaucen, die den Geschmack abrunden. Begeisterung kommt auf, denn selbstgemacht schmeckt eben am besten.

Daltjies im heißen Öl.


Frisch gestärkt machen wir uns an die Samosas. Das sind kleine gefüllte Teigdreiecke, vergleichbar mit Frühlingsrollen. Zainie zeigt uns die spezielle Falt- und Fülltechnik und dann werden wir wieder selbst aktiv. Und auch hier fällt es uns schnell leicht, alles richtig zu machen.

Die Füllung für unsere Samosas: Gewürztes Hackfleisch, Zwiebeln und Koriander.
Fertig zum Frittieren.
Nachdem auch die Samosas unserem Hunger zum Opfer gefallen sind, bereiten wir noch die Rootis in der Pfanne zu, unser Curry braucht schließlich eine Beilage.

Die Rootis werden gebacken.
 Nachdem alles fertig ist, ist es Zeit, die Früchte unserer Arbeit zu ernten: Das Curry wird serviert.
In gemütlicher Runde sitzen wir gemeinsam am Tisch und lassen es uns schmecken. Zainie hat wieder unzählige Geschichten parat und so vergeht die Zeit wie im Flug. Satt und zufrieden verlassen wir nach fast vier Stunden Zainies Haus und es fühlt sich an, als würden wir uns schon ewig kennen.
Zum Abschied bekam jeder von uns noch ein Päckchen Garam Masala, einer typischen Gewürzmischung der Kapmalaien-Küche und ein Heft mit allen Rezepten des Kurses, so dass wir das Essen jederzeit nachkochen können.


Unsere Gastgeberin an ihrer Haustür.

Die Kochtour ist eine der besten Möglichkeiten, Kultur und Küche des Bo-Kaaps kennenzulernen und in eine versteckte Welt einzutauchen. Nichts fühlt sich aufgesetzt oder touristisch an, wir konnten spüren, wieviel Spaß Zainie ihre Touren selbst machen. Sie ist eine wundervolle Gastgeberin und weiß, wie ihre Gäste Spaß am Kochen bekommen und interessiert bleiben.
Wer in Kapstadt nicht nur gut essen und trinken will, sondern auch selber etwas kochen möchte, kommt um diese Tour nicht herum. Umfangreiches Wisssen über Küche, Kultur und Geschichte, alles locker und unterhaltsam vermittelt, für mich war diese Tour eines der absoluten Highlights meines Kapstadtaufenthaltes.



Die Touren kosten 700 Rand und beginnen um 10:30 Uhr. Es empfiehlt sich, frühzeitig zu buchen, da die Plätze sehr begehrt sind. Aber auch spontane Gäste haben häufig noch Chancen, kurzfristig einer Gruppe beizutreten. Eine Buchung im Voraus ist jedoch immer notwendig.

Wer nicht selber kochen will, aber trotzdem die Küche des Bo-Kaaps kennenlernen möchte, kann auch die geführte Tour mit anschließendem 3-Gänge Menü wählen, diese kostet 400 Rand.


 


Zainies Internetseite mit allen Infos


Von: Johannes Huland

Friday, September 11, 2015

Festivalsaison in Kapstadt

Der Winter geht und mit dem Frühling kommen die Festivals nach Kapstadt.
Unzählige verschiedene Events für jeden Geschmack lassen die Mothercity und ihre Umgebung noch bunter werden, als sie es eh schon ist.

Einige Highlights möchten wir euch in dieser Woche vorstellen.


1. Rocking the Daisies.
Dieses Musikfestival geht dieses Jahr schon in seine zehnte Runde und sieht kein bisschen alt aus.
Von Rock über Pop bis hin zu elektronischen Klängen, für jeden Geschmack ist etwas dabei.
Wie letztes Jahr gibt es im Lemon Tree Theatre sogar Comedy zu sehen, langweilig sollte es hier also niemanden werden.
Diesjährige Highlights sind beispielsweise The Kooks, Cat Empire, Milky Chance und viele weitere, darunter auch Newcomer. Es gibt also auch neues zu entdecken!

Das Festival findet von Donnerstag, den 1.10 bis Sonntag, den 4.10  im Cloof Wine Estate, Darling statt. Tickets gibt es zur Zeit noch für 950 Rand für ein normales Wochenende und 1800 Rand für einen Weekend Plus Pass, welches unter anderem einen exklusive Camping-Area mit eigener Bar beinhaltet.

Weiterhin gibt es einen Busshuttle-Service von Kapstadt aus, dieser kostet 100 Rand fpr eine Fahrt und 180 für Hin-und Rückfahrt. Die Busse fahren Donnerstag und Freitag um jeweils 11 Uhr an der Waterfront ab, Freitag zusätzlich ebenfalls um 11 vom Flughafen aus.

Rücktouren gibt es am Sonntag um jeweils 15 Uhr, sowohl zur Waterfront als auch zum Flughafen.


Alle weiteren Infos, Tickets und das Line-Up findet ihr hier:
http://rockingthedaisies.com/


2. Earthdance Cape Town
Nicht nur ein Festival, sondern gleichzeitig auch ein Charity-Event ist das Earthdance Festival.
50% der Einnnahmen werden an wohltätige Zwecke gespendet.
Den Festivalveranstaltern ist es weiterhin wichtig, das Event möglichst umweltfreundlich zu gestalten. Hier lässt sich also nicht nur gut feiern, sondern auch noch ein gutes Gewissen haben.
Hier kommen vor allem Freunde von elektronischer Musik auf ihre Kosten. Auf drei Bühnen wird PsyTrance, Drum&Bass und Techno gespielt. Wer hier stillsteht, macht eindeutig etwas falsch!

Das Festival findet am 19. und 20. September im Nekkies Ressort bei Worcester, also ebenfalls gut mit dem Auto von Kapstadt erreichbar

Tickets kosten 330 Rand, wenn ihr noch schnell reagiert und bis zum 17.9 kauft. Danach sind es 360 Rand. Weiterhin gibt es ein Sonntagsticket für 300 Rand.

Line Up, Anfahrt, die Philosphie des Festivals und vieles weiteres gibt es hier:
http://www.earthdancecapetown.co.za/


3. Cape Town Fringe Festival
Musik, Magie, Comedy, Schauspiel und Musical auf einem Festival? Das klingt schon einmal vielversprechend. Und dann auch noch mitten in der Stadt, was könnte es besseres geben?

Das Cape Town Fringe Festival bietet genau diese Mischung. Vom 24. September bis zum vierten Oktober findet Fringe dieses Jahr zum zweiten Mal statt. Mit einer bunten Mischung aus allen Bereichen der Kultur kann sich jeder sein persönliches Erlebnis aus dem umfangreichen Programm zusammenstellen. Veranstaltungsorte sind bespielsweise die City Hall oder das Standard Bank Studio.

Die Acts müssen einzeln gebucht und bezahlt werden, es gibt also kein Ticket für alle Shows.
Die Preise liegen zwischen 40 und 100 Rand und können auf der Website erworben werden.
Also, nehmt euch etwas Zeit, das Programm anzuschauen und sucht euch eure Favoriten aus, es lohnt sich auf jeden Fall!
 


4. Sizzled
Seit fast vier Jahren gibt es schon das Sizzled-Festival. Am vierten Oktober wird hier einen ganzen Tag lang der Frühling begrüßt und die Sommersaison eingeläutet. Die Veranstalter selbst ehen in ihrem Event ein multikulturelles Event, bei dem das Treffen von neuen Menschen und ausgelassenes Feiern im Vordergrund stehen. Und da wir in Kapstadt sind, kommt natürlich auch das gute Essen nicht zu kurz.
Neu in diesem Jahr ist der Veranstaltungsort, Sizzled zieht nämlich ins Castle of Good Hop. Euch erwartet a
Das perfekte Event, um ohne lange Anfahrt unbeschwert in den Sommer hineinzufeiern. Gute Laune und tolle Acts garantiert!

Tickets kosten zur Zeit noch 70 Rand, in einer letzten Phase wird der Preis auf 80 Rand angehoben.
Zu kaufen gibt es sie hier.

Weitere Infos gibt es auf der Facebookseite der Veranstaltung.





Natürlich sind das längst nicht alle Festivals, sondern nur eine Auswahl. In den nächsten Wochen werden noch weitere Events vorgestellt, aber hier dürftet ihr für die nächsten Wochen schon etwas zum Austoben haben. Wir wünschen viel Spaß!


Von: Johannes Huland