Friday, September 18, 2015

Wein, Autos und ein Katapult - ein Besuch auf dem PIWOSA WINE C4R BOOT




Einige Leser werden sich sicherlich fragen, was denn ein Katapult mit Wein zu tun haben soll. Diesselbe Frage stellte ich mir auch. Zu einem zufriedenstellenden Ergebnis bin ich bis jetzt nicht gekommen. Dafür weiß ich jetzt jedoch, dass das PIWOSA (Premium Independent Wineries of South Africa) WINE C4R BOOT ein äußerst kurzweiliges Erlebnis ist.

PIWOSA ist ein Zusammenschluss einige der bekanntesten Weinproduzenten Südafrikas. Das WINE C4R BOOT ist eine Mischung aus Weintasting, Messe und Familienfest auf dem Journey's End Estate in Somerset West, etwa 50 Kilometer von Kapstadt entfernt.

Blick auf das Katapult
In dieser malerischen Umgebung laden verschiedene Winzer zu einer Probe ihrer Produkte ein. Das besondere ist jedoch, dass alle Anbieter ihren Wein um historische Automodelle herum verkaufen.
Weiterhin gibt es Livebands, verschiedene Essensstände, eine Weinolympiade mit Fass-Wettrollen, Wein-Weitspucken und anderen Wein- "Sportarten". Auch für die jüngeren Besucher war mit Hüpfburgen, Face-Painting und Ponyreiten gut gesorgt.

Blick in das Hauptzelt.

Bevor das eigentliche Weintasting begann, erhielt jeder Besucher ein Glas mit PIWOSA-Signatur, um dann auf seine Reise zu den verschiedenen Weinständen geschickt zu werden.
Und so verschieden wie die Autos waren auch die Weine. Einzig die Auswahl an Roséweinen ließ ein wenig zu wünschen übrig, dennoch kamen Weinliebhaber hier voll auf ihre Kosten. Unzählige verschiedene Jahrgänge wurden fachkundig und unterhaltsam präsentiert. Und wer auf den Geschmack gekommen war, konnte gleich einen Karton oder eine Flasche käuflich erwerben.

Wem der Wein einmal zu sehr zu Kopfe stieg oder wessen Geschmacksnerven eine Pause benötigten, konnte sich auf einer der vielen Sitzgelegenheiten niederlassen, sich entspannen und beispielsweise das Fassrollen beobachten.
Hier werden sportliche Höchstleistungen erbracht.
Außerdem wurde jede halbe Stunde der Tribock abgefeuert. Es handelt sich um eine sehr große Variante eines mittelalterlichen Katapults, welche speziell für das Weingut zu Unterhaltungszwecken angefertigt worden ist. Unter großen Anfeuerungsrufen wurden Weinfässer abgefeuert, die bei jeder Landung spektakulär platzten.




Soviele Ereignisse machen natürlich hungrig und so zog es vor allem zur Mittagszeit viele Menschen zu den Essenständen. Und hier muss die sonst gute Organisation leider kritisiert werden, denn zu Beginn gab es gerade einmal zwei Essensstände und so bildeten sich sehr lange Schlangen. Später wurden scheinbar spontan zwei weitere Stände dazugestellt, lange Wartezeiten mussten wir trotzdem in Kauf nehmen.

Hochbetrieb an den Essensständen.
Durch die entspannte Atmosphäre und das bunte Rahmenprogramm konnte dieses Problem jedoch gut kompensiert werden.  Der offene Aufbau des Geländes sorgte dafür, dass sich die Besucher treiben lassen konnten. Somit ergaben sich auch immer neue Gespräche und Bekanntschaften. Sei es bei einem entspannten Mittagessen auf der Wiese rund um das Hauptzelt oder bei einem Glas Wein vor dem Katapult, alles fühlte sich sehr locker und familiär an.

Zum krönenenden Abschluss wurde mit dem Tribock noch ein ganzes Auto geschleudert, was noch einmal zahlreiche Schaulustige anzog. Danach ging es wieder zurück nach Kapstadt, müde aber zufrieden und voller Eindrücke von einem sehr entspannenden Event.

Die Höhenflüge eines Autos.

 
Und so entstehen Kleinwagen.


Wer einmal ein etwas anderes Wine-Tasting ausprobieren möchte, sollte also nächstes Jahr schauen, wann das nächste Wine Car Boot stattfindet. Tickets haben dieses Jahr 150 Rand gekostet und enthalten 12 Weinproben und das signierte Glas.

http://www.piwosa.com/


Von: Johannes Huland

Tuesday, September 15, 2015

Samosas, Curry und viele Anekdoten - Eine Kochtour im Bo-Kaap mit Zainie Misbach


 Es ist Samstagmorgen und ich sitze auf den Stufen vor dem Bo-Kaap Museum und lasse mir die ersten Sonnenstrahlen des Tages ins Gesicht scheinen. Zum Sonnen bin ich hier jedoch heute nicht hergekommen, vielmehr warte ich auf Zainie Misbach. Denn heute werde ich mich einer ihrer "Bo-Kaap Cooking Tours" anschließen.

Dieses Viertel hat aufgrund seiner besonderen Bevölkerungstruktur eine ganz eigenständige Küche. Einflüsse aus Indonesien, Indien und den Gerichten der europäischen Siedler haben eine einzigartige Mischung hervorgebracht, die sich durch einen starken Fokus auf Masalas (Gewürzmischungen) auszeichnet, ohne dabei jedoch die Schärfe der indischen Küche zu erreichen.
Bekannte Gerichte sind beispielsweise Daltjies und verschiedene Currygerichte.

Das Bo-Kaap mit dem Lion's Head im Hintergrund.
 Inzwischen hat sich die ganze Gruppe zusammengefunden und Zainie begrüßt uns herzlich. Nach einer kleinen Einführung über die Tour, das Bo-Kaap und die hiesige Küche begeben wir uns in den Gewürzladen auf der anderen Straßenseite. Hier erklärt uns Zainie die wichtigsten Gewürze der Kapmalaien-Küche und wie sie zu Masalas gemischt werden.




 Anschließend führt sie uns kurz durch das Viertel. Zainie wohnt hier seit vielen Jahrzehnten und kennt die Gegend und ihre Bewohner bis ins kleinste Detail. Auch Kochen gehört für sie seit langer Zeit zum Alltag. Nach eigener Aussage hat sie alles von ihrer Großmutter gelernt. Und sie erkannte, dass viele Traditionen in Kapstadt in Vergessenheit geraten waren. Um alte Rezepte und Kochmethoden wieder zu etablieren, eröffnete sie zwei Restaurants, darunter das Noon-Gun Resttaurant. Beide Restaurants sind inzwischen verkauft, seit 10 Jahren widmet sich Zainie ausschließlich ihren Kochtouren, in denen sie ihre Kochkünste verbunden mit vielen Anekdoten weitervermitteln möchte.

Nach unserer kleinen Tour begeben wir uns zu Zainies Haus und betreten eine kleine Oase. Das Haus selbst ist gemütlich eingerichtet und wirkt einladend. Das wahre Highlight ist jedoch der Garten. Auf der Veranda des Hauses wachsen Bananen und durch eine Tür gelangen wir in den großen Gemeinschaftsgarten der umliegenden Häuser. Neben den allgegenwärtigen Bananen finden sich hier auch noch Olivenbäume. Ein wunderschöner Ort, der zum verweilen einlädt.

Eine Bananenstaude in Zainies Garten.
 Aber wir wollen nicht verweilen, wir wollen kochen. Gesagt-getan! Jeder von uns zieht sich eine Schürze an und wir beginnen, das Hähnchencurry vorzubereiten. Zuerst wird das Masala gemischt und dann die Basis aus Zwiebeln und Tomaten vorbereitet. Nach und nach kommen die restlichen Zutaten in den Topf, dann wird alles für einige Zeit geschmort. Jeder von uns macht einen anderen Arbeitsschritt, so dass niemand passiv bleibt. Zainie gibt währenddessen Tips, wie wir Currys am besten kochen und unterhält uns mit ihrer fröhlichen Art.

De Grundzuaten für das Masala: Kurkuma, Kreuzkümmel, Koriander, Paprika Kardamom
Unser Hähnchencurry entwickelt sich langsam, aber stetig.


Zainie gibt Anweisungen
Nachdem das Curry fertig vorbereitet ist, widmen wir uns den Rootis, dünnen Brotfladen, die in der Pfanne zubereitet werden. Bevor sie fertiggestellt werden, müssen sie verschiedene Arbeitsschritte durchlaufen, die sehr genau befolgt werden müssen. Alle sind jedoch überrascht wie einfach es eigentlich ist, Zainies Anweisungen zu folgen, die zunächst kompliziert wirken. Sobald wir jedoch selbst tätig werden, fühlt es sich an, als hätten wir nie etwas anderes getan.

Zainie zeigt uns die richtige Ausrolltechnik.

So weit, so gut.

Die Fladen werden anschließend zu Teigklößen geformt



Der Brotteig ruht im Kühlschrank, die Curry köchelt auf dem Herd - nun ist es Zeit für die Snacks, genauer gesagt Daltjies und Samosas. Erstere sind kleine frittierte Teigballen mit Beigaben wie Spinat oder Chili. Zusammen produzieren wir den Teig und jeder darf einige Ballen ins heiße Öl geben. Nachdem alles abgekühlt ist, stürzen wir uns auf unsere selbstproudzieren Bällchen. Dazu gibt es typische Chilisaucen, die den Geschmack abrunden. Begeisterung kommt auf, denn selbstgemacht schmeckt eben am besten.

Daltjies im heißen Öl.


Frisch gestärkt machen wir uns an die Samosas. Das sind kleine gefüllte Teigdreiecke, vergleichbar mit Frühlingsrollen. Zainie zeigt uns die spezielle Falt- und Fülltechnik und dann werden wir wieder selbst aktiv. Und auch hier fällt es uns schnell leicht, alles richtig zu machen.

Die Füllung für unsere Samosas: Gewürztes Hackfleisch, Zwiebeln und Koriander.
Fertig zum Frittieren.
Nachdem auch die Samosas unserem Hunger zum Opfer gefallen sind, bereiten wir noch die Rootis in der Pfanne zu, unser Curry braucht schließlich eine Beilage.

Die Rootis werden gebacken.
 Nachdem alles fertig ist, ist es Zeit, die Früchte unserer Arbeit zu ernten: Das Curry wird serviert.
In gemütlicher Runde sitzen wir gemeinsam am Tisch und lassen es uns schmecken. Zainie hat wieder unzählige Geschichten parat und so vergeht die Zeit wie im Flug. Satt und zufrieden verlassen wir nach fast vier Stunden Zainies Haus und es fühlt sich an, als würden wir uns schon ewig kennen.
Zum Abschied bekam jeder von uns noch ein Päckchen Garam Masala, einer typischen Gewürzmischung der Kapmalaien-Küche und ein Heft mit allen Rezepten des Kurses, so dass wir das Essen jederzeit nachkochen können.


Unsere Gastgeberin an ihrer Haustür.

Die Kochtour ist eine der besten Möglichkeiten, Kultur und Küche des Bo-Kaaps kennenzulernen und in eine versteckte Welt einzutauchen. Nichts fühlt sich aufgesetzt oder touristisch an, wir konnten spüren, wieviel Spaß Zainie ihre Touren selbst machen. Sie ist eine wundervolle Gastgeberin und weiß, wie ihre Gäste Spaß am Kochen bekommen und interessiert bleiben.
Wer in Kapstadt nicht nur gut essen und trinken will, sondern auch selber etwas kochen möchte, kommt um diese Tour nicht herum. Umfangreiches Wisssen über Küche, Kultur und Geschichte, alles locker und unterhaltsam vermittelt, für mich war diese Tour eines der absoluten Highlights meines Kapstadtaufenthaltes.



Die Touren kosten 700 Rand und beginnen um 10:30 Uhr. Es empfiehlt sich, frühzeitig zu buchen, da die Plätze sehr begehrt sind. Aber auch spontane Gäste haben häufig noch Chancen, kurzfristig einer Gruppe beizutreten. Eine Buchung im Voraus ist jedoch immer notwendig.

Wer nicht selber kochen will, aber trotzdem die Küche des Bo-Kaaps kennenlernen möchte, kann auch die geführte Tour mit anschließendem 3-Gänge Menü wählen, diese kostet 400 Rand.


 


Zainies Internetseite mit allen Infos


Von: Johannes Huland

Friday, September 11, 2015

Festivalsaison in Kapstadt

Der Winter geht und mit dem Frühling kommen die Festivals nach Kapstadt.
Unzählige verschiedene Events für jeden Geschmack lassen die Mothercity und ihre Umgebung noch bunter werden, als sie es eh schon ist.

Einige Highlights möchten wir euch in dieser Woche vorstellen.


1. Rocking the Daisies.
Dieses Musikfestival geht dieses Jahr schon in seine zehnte Runde und sieht kein bisschen alt aus.
Von Rock über Pop bis hin zu elektronischen Klängen, für jeden Geschmack ist etwas dabei.
Wie letztes Jahr gibt es im Lemon Tree Theatre sogar Comedy zu sehen, langweilig sollte es hier also niemanden werden.
Diesjährige Highlights sind beispielsweise The Kooks, Cat Empire, Milky Chance und viele weitere, darunter auch Newcomer. Es gibt also auch neues zu entdecken!

Das Festival findet von Donnerstag, den 1.10 bis Sonntag, den 4.10  im Cloof Wine Estate, Darling statt. Tickets gibt es zur Zeit noch für 950 Rand für ein normales Wochenende und 1800 Rand für einen Weekend Plus Pass, welches unter anderem einen exklusive Camping-Area mit eigener Bar beinhaltet.

Weiterhin gibt es einen Busshuttle-Service von Kapstadt aus, dieser kostet 100 Rand fpr eine Fahrt und 180 für Hin-und Rückfahrt. Die Busse fahren Donnerstag und Freitag um jeweils 11 Uhr an der Waterfront ab, Freitag zusätzlich ebenfalls um 11 vom Flughafen aus.

Rücktouren gibt es am Sonntag um jeweils 15 Uhr, sowohl zur Waterfront als auch zum Flughafen.


Alle weiteren Infos, Tickets und das Line-Up findet ihr hier:
http://rockingthedaisies.com/


2. Earthdance Cape Town
Nicht nur ein Festival, sondern gleichzeitig auch ein Charity-Event ist das Earthdance Festival.
50% der Einnnahmen werden an wohltätige Zwecke gespendet.
Den Festivalveranstaltern ist es weiterhin wichtig, das Event möglichst umweltfreundlich zu gestalten. Hier lässt sich also nicht nur gut feiern, sondern auch noch ein gutes Gewissen haben.
Hier kommen vor allem Freunde von elektronischer Musik auf ihre Kosten. Auf drei Bühnen wird PsyTrance, Drum&Bass und Techno gespielt. Wer hier stillsteht, macht eindeutig etwas falsch!

Das Festival findet am 19. und 20. September im Nekkies Ressort bei Worcester, also ebenfalls gut mit dem Auto von Kapstadt erreichbar

Tickets kosten 330 Rand, wenn ihr noch schnell reagiert und bis zum 17.9 kauft. Danach sind es 360 Rand. Weiterhin gibt es ein Sonntagsticket für 300 Rand.

Line Up, Anfahrt, die Philosphie des Festivals und vieles weiteres gibt es hier:
http://www.earthdancecapetown.co.za/


3. Cape Town Fringe Festival
Musik, Magie, Comedy, Schauspiel und Musical auf einem Festival? Das klingt schon einmal vielversprechend. Und dann auch noch mitten in der Stadt, was könnte es besseres geben?

Das Cape Town Fringe Festival bietet genau diese Mischung. Vom 24. September bis zum vierten Oktober findet Fringe dieses Jahr zum zweiten Mal statt. Mit einer bunten Mischung aus allen Bereichen der Kultur kann sich jeder sein persönliches Erlebnis aus dem umfangreichen Programm zusammenstellen. Veranstaltungsorte sind bespielsweise die City Hall oder das Standard Bank Studio.

Die Acts müssen einzeln gebucht und bezahlt werden, es gibt also kein Ticket für alle Shows.
Die Preise liegen zwischen 40 und 100 Rand und können auf der Website erworben werden.
Also, nehmt euch etwas Zeit, das Programm anzuschauen und sucht euch eure Favoriten aus, es lohnt sich auf jeden Fall!
 


4. Sizzled
Seit fast vier Jahren gibt es schon das Sizzled-Festival. Am vierten Oktober wird hier einen ganzen Tag lang der Frühling begrüßt und die Sommersaison eingeläutet. Die Veranstalter selbst ehen in ihrem Event ein multikulturelles Event, bei dem das Treffen von neuen Menschen und ausgelassenes Feiern im Vordergrund stehen. Und da wir in Kapstadt sind, kommt natürlich auch das gute Essen nicht zu kurz.
Neu in diesem Jahr ist der Veranstaltungsort, Sizzled zieht nämlich ins Castle of Good Hop. Euch erwartet a
Das perfekte Event, um ohne lange Anfahrt unbeschwert in den Sommer hineinzufeiern. Gute Laune und tolle Acts garantiert!

Tickets kosten zur Zeit noch 70 Rand, in einer letzten Phase wird der Preis auf 80 Rand angehoben.
Zu kaufen gibt es sie hier.

Weitere Infos gibt es auf der Facebookseite der Veranstaltung.





Natürlich sind das längst nicht alle Festivals, sondern nur eine Auswahl. In den nächsten Wochen werden noch weitere Events vorgestellt, aber hier dürftet ihr für die nächsten Wochen schon etwas zum Austoben haben. Wir wünschen viel Spaß!


Von: Johannes Huland


Tuesday, September 8, 2015

Geschichte lieblos verpackt - Ein Ausflug nach Robben Island.

Am Samstag sollte es nach Robben Island gehen. Die ehemalige Gefängnisinsel war für mich ein Pflichtpunkt auf meiner To-Do Liste.  Herrlicher Sonnenschein und Temperaturen knapp unter 30°C versprachen perfekte Bedingungen und so ging es um 11 Uhr an der  V&A Waterfront los.


Während der 20-minütigen Überfahrt lässt sich ein herrlicher Blick auf die Bucht genießen und das Tafelbergmassiv ist in seiner gesamten Ausdehnung sichtbar.
Im kleinen Hafen der Insel begrüßen uns erst einmal ein paar Robben, die sich gemütlich auf den Hafenbefestigungen sonnen.


Nachdem unsere Gruppe das Boot verlassen hat, sollen wir uns zu den Bussen begeben. Im Eintrittspreis enthalten sind nämlich nicht nur die Bootstour und eine geführte Tour durch das Gefängnis für politische Gefangene: Los geht es mit einer 45-minütigen, kommentierten Busfahrt über die Insel. Da es auf der Insel viele verschiedene Dinge aus verschiedenen Epochen zu entdecken gibt, freute ich mich auf diese Tour. Leider war sie an vielen Stellen etwas enttäuschend.
Unser Guide wirkte, als ob sie ihren Text auswenig gelernt hätte. Es fehlte einfach an Emotionen.
Außerdem wurden wir regelrecht an den verschiedenen Orten vorbei getrieben.

Einer der historischen Friedhöfe, die wir leider nur aus dem Bus heraus betrachten konnten.
Meistens gab es keine Möglichkeit, auszusteigen, um sich ein wenig umzusehen. Nur zweimal wurde angehalten: Beim Haus von Robert Sobukwe, dem Gründer der Oppositionsbewegung Pan African Congress, hielten wir 10 Minuten an. Diese zeit reichte doch bei weitem nicht aus, um das ganze Areal anzusehen, geschweige denn Sobukwes persönliche Briefe zu lesen.

Das Haus Robert Sobukwes, der hier sechs Jahre in Einzelhaft lebte.

Die Hundezwinger für die Wachhunde in direkter Nachbarschaft zum Haus.
Die Hunde wurden hier auch zum Töten abgerichtet.



Dann ging es wieder zurück in den Bus und durch das Dorf der Stadt zum berühmten Aussichtspunkt, an dem man das Tafelbergmassiv und die Stadt als kompakte Gesamterscheinung am Horizont betrachten kann. Für diesen Ausblick allein hat sich die Fahrt dann eindeutig doch gelohnt.
Auch sonst war die Bustour informativ und durchaus interessant, aber einfach zu kurz und lieblos. Eine Viertelstunde mehr und zusätzliche Zeit an den einzelnen Etappen hätte hier schon viel ausgemacht.

Die Mothercity mal in ganz klein.
Nachdem hier alle ausreichend Fotos geschossen hatten und sich alle mit Snacks eingedeckt hatten, ging es weiter zum ehemaligen Gefängnis für politische Gefangene, dessen berühmtester Insasse Nelson Mandela war. Hier empfängt uns der nächste Guide, ein ehemaliger Gefangener.
Er führt uns zunächst in eine Gruppenzelle und berichtet über die Zustände und das Leben im Gefängnis.
Sein Vortrag ist interessant und sehr vielfältig, wenn auch wieder etwas emotionslos. Es mangelt insgesamt an Begeisterungsfähigkeit. Natürlich geht es um ernste Themen, aber auch diese lassen sich interessant vermitteln.

Blick in eine der Gruppenzellen

Der Außenhof, im Hintergrund ein Wachturm.
Nach den Gruppenzellen führt er uns zu den Einzelzellen, wo auch Nelson Mandela inhaftiert war.
Er zeigt uns den Innenhof, in dem Mandela auch einen kleinen Garten angelegt hat und erzählt über die alltägliche Interaktion zwischen Wächtern und Gefangenen und Gründe für die Inhaftierung.
Es mangelt also keineswegs an Informationen, die Tour enthält viele interessante Details. Aber es wirkt alles lieblos und nur bedingt durchdacht. Nach dem Ende der Führung haben wir noch eine halbe Stunde auf unser Boot gewartet, die wir im Hafen verbringen sollten. Es wäre besser gewesen, wenn wir die nähere Umgebung zu Fuß hätten erkunden können.

Blick in den Innenhof, rechts der kleine Garten, den Nelson Mandela angelegt hat.

Zurück an der Waterfront

An sich empfiehlt es sich schon, Robben Island zu besuchen.
Allerdings finde ich den Preis von 300 Rand für das, was uns geboten wurde, etwas zu hoch. Dabei wären nur Fehler im Detail zu beheben, um vieles besser zu machen. Fragt man jedoch Bewohner Kapstadts, bestätigen diese einstimmig, dass die Probleme seit Jahren unverändert bestehen.
Schade um so ein bedeutendes Stück Geschichte!
Dennoch sollten Kapstadt-Besucher einmal hier gewesen sein. Robben Island gehört zu Kapstadt wie der Tafelberg und bietet interessante Einblicke, trotz vieler Mängel.



Alle Infos zu Touren und Ticketverkauf gibt es hier!


Von: Johannes Huland

Thursday, September 3, 2015

Kunst, Musik und vieles mehr - die Tips fürs Wochenende!

Es ist soweit, das Wochenende steht fast vor der Tür.
Und natürlich hat Kapstadt wieder einiges zu bieten!

1. Für alle diejenigen, die ihr Wochenende schon heute beginnen möchten, gibt es die Verantsaltung "First Thursday Cape Town"
Es handelt sich um den jeweils ersten Donnerstag im Monat, bei dem Gallerien und Ateliers ihre Türen öffnen und der Besucher im gesamten Stadtzentrum neue Einblicke erhalten kann.
Das Event beginnt um 17 Uhr und geht bis 21 Uhr, allerdings gibt die Veranstalterseite auch potentiell längere Öffnungszeiten an.
Wer also die Stadt zu Fuß erkunden möchte und sich für Kunst begeistern kann, sollte sich also heute abend auf den Weg in die Stadt machen.

http://www.first-thursdays.co.za/cape-town/



Geheimtipp: Im Bay Harbour Market findet morgen eine ähnliche Veranstaltung statt: First Fridays. Wesentlich kleiner, aber sicherlich nicht weniger interessant. Wer also nicht genug von Kunst und Handwerk bekommen kann, bekommt dieses Wochenende einiges geboten.
Öffnungszeiten: 18-21 Uhr.



2. Wer morgen Abend Lust auf südafrikanischen House hat, sollte sich in die Grand Arena begeben.
Dort spielt die Johannesburger Band "Mi Casa" ab 21:30. Die drei produzieren House, kombiniert mit südafrikanischen Rhytmen. Tickets kosten 120 Rand.






3. In Kapstadt gibt es vor allem im Frühjahr und Sommer ein große Zahl von Festivals, die so ziemlich jeden erdenklichen Bereich abdecken.
Am Samstag findet beispielsweise das "Zim Music Festival 2015" statt. Hier performen verschiedene Künstler Chimurenga, ein typisches simbabwisches Genre. Das Festival findet rund um das Castle of Good Hope und die Darling Street statt, Tickets kosten zwischen 150 und 400 Rand. Los geht es um 18 Uhr. Da Samstag fantastisches Wetter zu erwarten ist, hättet ihr hier eine hervorragende Möglichkeit, den Tag mit Musik und guter Laune ausklingen zu lassen.









4. Ein Tip nicht nur für das Wochenende, sondern noch für den ganzen Monat ist "Madame Zingara -The Celebration".
Mit dieser Show feiert der erfolgreiche Gastronomie - und Cafébetreiber sein 15-jähriges Jubiläum. Ein mehrgängiges Menü, Showacts und Kostüme - wer Lust auf einen Varieté-Abend hat, ist hier richtig.
Die Show läuft noch bis zum 26.9 und findet an der Grand Parade, schräg gegenüber der City Hall statt. Tickets kosten zwischen 650 und 950 Rand für die Evening Show, 550-850 Rand für die Celebration Sundays und 350-650 Rand für die Matinees.
Alles Infos zu Ticketkauf und der Show gibt es hier:
http://theatreofdreams.madamezingara.com/Celebration/show-details.php


Habt ein schönes Wochenende und nutzt das schöne Wetter!


Von: Johannes Huland