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Tuesday, July 21, 2015

Pack die Vuvuzela ein - im Stadion in Kapstadt


Heute Abend gehts ins Stadion. Ich muss nur noch herausfinden, wo mein Sohnemann unsere Vuvuzela versteckt hat. "Schatz, hast du die Vuvuzela gesehen? Wir müssen los." Schließlich finde ich sie neben seinem Lego. Jetzt aber los. Zum Stadion sind es knapp 10 Kilometer.
Das Spiel zwischen Ajax Cape Town und Maritzburg United fängt in einer Stunde an. Wir parken unser Auto direkt vorm Cape Town Stadium in Kapstadt. Mit mir im Wagen mein Freund Marc, der mich mit seiner Frau und seinem Sohn aus Deutschland besucht. Und da wir schon in der Heimat oft gemeinsam ins Fußball-Stadion gegangen sind, gehört natürlich auch in Kapstadt ein Stadionbesuch zum Pflichtprogramm.
Ein paar Minuten später stehen wir vorm Stadion, das extra für die WM 2010 erbaut wurde. Es scheint silbern in den Kapstädter Abendhimmel. In diesem Stadion hat Deutschland bei der WM 2010 im Viertelfinale Argentinien in einem denkwürdigen Spiel 4:0 geschlagen. Man erzählt sich, dass man die verzweifelten Schreie von Argentiniens Legende Diego Maradona noch heute bis auf den Tafelberg hören kann.

Im Stadion angekommen müssen erstmal die in Deutschland liebgewonnenen Stadion-Traditionen gepflegt werden - Bier und Würstchen. „Schau mal auf den Bierbecher, Marc." Der Blick auf den Bierbecher lässt den Paderborn-Fan verwundert aufblicken, trägt dieser doch eine Aufschrift der WM 2010, 'Welcome to Cape Town, South Africa 2010' - und das fast 5 Jahre nach der WM. „Na, da hatten die wohl noch ein paar Becher übrig, was?" Als Souvenir aus dem Kapstadt-Urlaub taugt er aber allemal. Das Spiel der 1. südafrikanischen Liga geht auch gleich schon los. In das 55000 Zuschauer fassende Stadion sind heute schätzungsweise 10000 Fans gepilgert. Zwar ist Südafrika eine Fußballnation, vor allem unter den schwarzen Südafrikanern, doch ist das Stadion seit der WM nur noch selten voll besucht. Meist nur bei Konzerten von internationalen Bands oder Sängern.
Wir setzen uns auf Höhe der Mittellinie, von hier aus hat man die beste Sicht aufs Spiel. Trotz der überschaubaren Kulisse geben die Fans von Ajax Cape Town alles, um ihre Mannschaft anzufeuern. Nach gut 20 Minuten nimmt das Spiel auch so langsam Fahrt auf, so dass meine Vuvuzela immer häufiger zum Einsatz kommt. Ein Fußballspiel ohne Vuvuzela ist in Südafrika kaum denkbar. Sie gehört hier dazu, wie der Ball und die Tore - eine liebgewonnene Tradition. Deshalb wird es bei Torszenen von Kapstadts Team auch jedes Mal einige Dezibel lauter im Stadion.

„Ich hol uns mal noch zwei Bier!" ruft mir Marc in seinem Paderborn-Trikot zu. Zumindest muss man bei nur 10000 Zuschauern nicht so lange an den Ständen warten. Das Niveau des Spiels ist etwa mit dem von Spielen der dritten deutschen Liga zu vergleichen. Doch die Teams und die Nationalmannschaft, Bafana Bafana, werden trotzdem bejubelt. Gegen Ende des Spiels schießt Ajax Cape Town fast noch das erlösende 1:0, der Ball geht aber an den Pfosten. Die Menge in unserem Block tobt! Die Vuvuzelas ertönen bis in den benachbarten Greenpoint Park. So gehen die Fans aber nach Abpfiff des Spiels mit einem Unentschieden nach Hause.
„Jetzt müssen wir aber unbedingt noch ein Rugbyspiel gucken, solange wir hier sind! Das steht noch auf meiner Urlaubsliste." Zu Marcs Pech ist allerdings grade keine Rugbysaison, so dass er einige Tage später leider ohne Rugbyerfahrung zurück nach Deutschland fliegt. Ein paar Wochen später bekomme ich allerdings die Gelegenheit, zu einem Rugbyspiel zu gehen. Ich bin mit ein paar anderen Kollegen von unserer Firma eingeladen worden, das Rugbyspiel der Cape Town Stormers in einer Loge anzuschauen. Das erste Rugbyspiel seitdem ich in Kapstadt bin.

Meinen fast zweijährigen Sohn und unsere Vuvuzela nehme ich mit - es soll ein gepflegter Männerabend werden. Zum Stadion sind es von uns nur knapp 15 Minuten mit dem Auto. Da mit uns aber noch einige Tausend andere zum Spiel fahren, werden aus 15 Minuten knapp 50. Das Newlands Stadium liegt in einem der östlichen Stadtteile Kapstadts. Von unserem Parkplatz sind es noch ein paar Minuten, mein Sohnemann hält tapfer die Vuvuzela in seiner Hand. In der Loge angekommen, werden wir schon von meinem schwedischen Kollegen empfangen. Sein Rugby-Fachwissen stimmt in etwa mit meinem überein - es ist nur begrenzt vorhanden. Doch beide wollten wir schon immer zu einem Spiel ins Stadion. Und das heutige Match scheint einiges zu bieten, denn das Newlands Stadium ist fast ausverkauft. Und wir dürfen das Spiel bei Sushi und Drinks aus der Loge aus beobachten.
Die Cheeleader machen den Zuschauern schon vor Beginn des Spiels Lust auf mehr. Es wird ein sehr packendes Spiel. Bei jedem Punktgewinn der Stormers, dröhnt eine Sirene durchs Stadion. Meinen Junior hält es in den Momenten nicht mehr auf seinem Sitz. Scheinbar hat er die Regeln schneller begriffen als ich. Naja, er ist ja auch Südafrikaner. Doch eines wird ihm an diesem Abend noch zum Verhängnis - unsere Vuvuzela. Mein Chef klärt uns nämlich über einen verhängnisvollen Fehler auf. „Jo, bringing a Vuvuzela to a Rugby match is like bringing a knife to a gun fight." Ups, eine Vuvuzela zu einem Rugbyspiel mitzunehmen ist also, als würde man mit einem Messer zu einer Schießerei gehen. Vuvuzelas gehören nur in Fußballstadien, nicht zum Rugby. Kein Wunder, dass keine Vuvuzelas im Newlands Stadium zu hören sind.

Nach 80 Spielminuten und einigen Drinks und Snacks gehen die Stormers als klarer Sieger vom Platz, das Stadion tobt. Südafrika ist ebenso Rugbynation wie Fußballnation. Und im Rugby gehören sie zu den besten der Welt. Wer die Spiele nicht live im Stadion verfolgt, der tut dies bei einem Braai mit Boerewors und Steak zuhause im Garten.
Sport in Südafrika
Die beliebtesten Sportarten in Südafrika sind Rugby, Cricket und Fußball. Im Cricket und Rugby zählt Südafrika zu den besten Nationen der Welt. Im Fußball ist Südafrika im weltweiten Vergleich nur im unteren Mittelfeld anzutreffen. Fußball gilt größtenteils als Sportart der schwarzen Bevölkerungsgruppe. Im Rugby und Cricket ist die weiße Bevölkerungsgruppe in der Mehrzahl.
Tipps
Wer in Kapstadt Fußball im Stadion schauen möchte, kann sich die Spiele von Ajax Cape Town im WM-Stadion ansehen. Eine richtige mit Deutschland zu vergleichende Stadionatmosphäre kommt leider nicht auf, da das Stadion nie voll besetzt ist. Anders sieht es beim Rugby aus, das Stadion der Cape Town Stormers ist regelmäßig voll besetzt. Wem also beim Stadionbesuch eine richtige Stadionstimmung wichtig ist, der ist beim Rugby besser aufgehoben.
Adressen und Kontakte
Cape Town Stadium
Fritz Sonnenberg Rd
Green Point
Cape Town 8051
Newlands Stadium
146 Campground Road
Newlands
Cape Town 7700
Dieser Blog wurde von Jo Weber geschrieben.
Mehr von Jo Weber gibt es in seinem ebook "joweberamkap - Meine Auswanderergeschichten aus Kapstadt" auf Amazon.de:

www.amazon.de/dp/B00YJGMB3U/

Thursday, October 2, 2014

Spazieren in Green und Sea Point



Von: Kimberly Gepkens

Draussen ist es warm, die Sonne scheint und noch ist nichts geplant. Eigentlich möchte man nur das Wetter geniessen, Seeluft schnuppern und den Kopf frei bekommen. Für diese Tage lohnt es sich einen Spaziergang von Green Point nach Sea Point zu machen oder an einem der Plätze zu verweilen.

An nichts denken

Wer in Kapstadt wohnt, kann zu Fuss nach Sea Point oder Green Point gehen. Es ist egal, wo man anfängt, da man auch den ganzen Tag an nur einem Ort verbringen kann, oder man fährt gemütlich mit dem MyCiti Bus oder dem Auto an seinen Wunschort. Im Artikel starten wir in Sea Point. Der Weg von Kapstadts Innenstadt nach Sea Point führt vorbei an unterschiedlichen Geschäften und somit sieht man gleichzeitig auch ein wenig von der Stadt. Je näher man dem Meer kommt, umso weniger Häuser und Geschäfte zeigen sich. Dafür wird es immer grüner und ein wenig ruhiger. Bevor sich die Promenade von Sea Point vor einem erstreckt, kommt man noch am Stadion Kapstadts vorbei, das wie aus dem Nichts hervorragt.

An der Promenade in Sea Point angekommen, gibt es genügen Bänke, um die Sonne, Meeresluft und Ruhe zu geniessen. Zwar wählen viele Menschen die Promenade für ihre Sportaktivitäten, Eltern spielen mit ihren Kindern und Herrchen oder Frauchen gehen mit dem Hund Gassi, doch trotzdem strahlt dieser Ort so viel Ruhe und Frieden aus. Es ist unglaublich entspannend, sich einfach hinzusetzen, hinaus auf den Ozean zu schauen und an nichts zu denken. Sorgen, Probleme und alles andere geraten in den Hintergrund. Einfach mal abschalten.

An Freizeitangeboten mangelt es Sea Point nicht. Es gibt zwei Minigolfplätze, Möglichkeiten mit Kanubooten hinaus zu paddeln, Schwimmbecken und ab und zu kleine Abschnitte mit Sandstränden. Sollte der Hunger überwiegen, finden sich genügen unterschiedliche Restaurants, die diesen sofort stillen können. Es lohnt sich innezuhalten, tief durchzuatmen und den Moment zu geniessen. Es gibt riesige Wiesenflächen, wo die Menschen picknicken oder sich sonnen und dabei Musik hören. Auf diesen Flächen landen auch die Mutigen, die sich zum Paragliding von Signall Hill aus getraut haben.

Der älteste Leuchtturm

Von Sea Point aus gelangt man ganz einfach nach Green Point. Es ist eigentlich unmöglich sich zu verlaufen. Der Weg nach Green Point führt entlang der Promenade, heißt man kann weiterhin die Meeresluft und Sonne geniessen und muss nicht zurück in die Stadt. Also, einfach der Promenade in Richtung V&A Waterfront folgen und ansonsten nichts tun. In Green Point angekommen, fällt ein kleiner Leuchtturm auf. Dieser Leuchtturm ist der älteste Südafrikas und wurde 1824 zum ersten Mal eingesetzt. Ein Foto lohnt sich her auf jeden Fall.

Auch hier gibt es wieder Gelegenheiten sich auszuruhen, niederzulassen und die Umgebung auf sich wirken zu lassen. Einfach mal einen Tag ausspannen, abschalten und sich Zeit nur für sich selbst nehmen. Das braucht jeder einmal und dafür sind Sea und Green Point genau richtig. Wem dann aber doch ein wenig die Menschen und der Trubel fehlen, kann von Green Point aus noch weiter zur V&A Waterfront spazieren. Dort tobt das Leben und für den Abend, je nachdem wie lange man in Green Point und/ oder Sea Point geblieben ist, ist es dann ganz schön Menschen um sich herum zu haben.

Monday, August 25, 2014

I believe I can fly



Von: Kimberly Gepkens

Kapstadt ist eine wunderschöne Stadt. Wer einmal herkommt, wird immer wiederkommen. Doch zu Fuss kann jeder Kapstadt erleben, wie wäre es mit der Vogelperspektive? Über Kapstadt fliegen und super Fotos mit nach Hause nehmen, dass macht das Team von Cape Town Tandem Paragliding möglich. 

Jeder hat die einzigartige Möglichkeit, Kapstadt von oben zu erleben und eine ganz andere Aussicht zu geniessen. Gegründet im Jahr 2005, bietet das Team von Cape Town Tandem Paragliding täglich Flüge für alle an. Richtig gehört, denn das Team ist so gut ausgebildet, dass sie auch Menschen mit Behinderung auf eine grossartige Reise mitnehmen können. Die Tandemflüge starten in Kapstadt vom Signal Hill und Lion‘s Head, werden aber auch in Hermanus angeboten. Die Sicherheit ist ihnen sehr wichtig, daher haben sich alle Experten von der South African Association of Paragliding (SAHPA) prüfen lassen.

Der Weg nach oben

Für einen Flug sollte man das richtige Wetter aussuchen. Es muss nicht sonnig und heiss sein, denn dann fehlt der Wind. Also wäre ein leicht bewölkter Tag, mit Sonne und Wind perfekt. Dann kann gebucht werden. Einfach auf der Webseite von Cape Town Tandem Paragliding http://www.paragliding.co.za/ das Formular ausfüllen oder unter + 27 76 892 2283 einen Flugtermin vereinbaren. Die Leute sind super nett und locker drauf. Der Flug ist gebucht, doch wie kommt man auf den Hügel? Keine Sorge, es gibt einen Transport, der zwar bezahlt werden muss, aber somit kommt man pünktlich und ohne Stress zum richtigen Ort. Vor Ort ist die Aussicht unbezahlbar und die Vorfreude auf den eigenen Flug steigert 
sich jede Minute.

Renn‘ so schnell du kannst

Während der Wartezeit kann man den anderen Mutigen beim Start zuschauen und sehen, was man später machen muss und was man lieber sein lassen sollte. Vor dem Flug wird noch ein Papier unterzeichnet, mit dem man sein Einverständnis dazu gibt, dass man sich der Gefahr bewusst ist und Cape Town Tandem Paragliding nicht zur Verantwortung gezogen wird. Doch keine Panik. Es ist, wie Auto fahren. Ein Leben lang geht es gut und dann passiert doch ein Unfall. Paragliding ist also nicht super gefährlich. Dann geht es los. Man wird an seinen Experten gebunden, der während des Fluges super gut aufpasst. Es folgen allgemeine Instruktionen und die Aufgabe, die man übernehmen muss! Um perfekt vom Boden abzuheben, muss man so schnell rennen, wie es nur geht und bloss nicht stoppen, egal was passiert. Man wird kurz auf den Moment vorbereitet und dann schreit der Experte „run, run, run, run, run“.

Schweben über Kapstadt

Sobald man in der Luft ist, scheint alles andere vergessen. Eine atemberaubende Sicht auf Kapstadt, Sea Point, das Stadion, den Strand und das Meer wird geboten.
Dieser Moment wird nie in Vergessenheit geraten. Die Flugdauer hängt immer von den Wetterbedingungen ab und beträgt zwischen 10 und 30 Minuten. Im Voraus kann leider nie gesagt werden, wie lange der Flug andauern wird. Zu Beginn kann man Fotos vom persönlichen Paragliding bestellen. Diese werden mit einer GoPro aufgenommen, mit zusätzlichem Video. Am Boden wieder angekommen, muss man das letzte Mal mitarbeiten. Sobald die Füsse den Boden berühren, still stehen bleiben und nicht fallen lassen. Dann ist es schon vorbei, doch das Gefühl der Schwerelosigkeit hält noch einige Zeit an.

Ein Flug kostet umgerechnet etwa 67 Euro. Die Fotos sind ein Extra für etwa 14 Euro und der Transfer liegt bei etwa 7 Euro. Scheint vielleicht viel, lohnt sich aber auf jeden Fall.

Mehr Informationen und Buchungen unter http://www.paragliding.co.za/ .

Tuesday, August 12, 2014

Zu Besuch im „Weissen Elefanten“



Von: Kimberly Gepkens

Die Weltmeisterschaft 2010 in Südafrika werden die Deutschen wohl nicht richtig vergessen können. Das knappe 1:0 gegen Spanien im Halbfinale und dann der Kampf um Platz drei gegen Uruguay. Nach vier Jahren und als Weltmeister kann man dann zurückkehren und das Cape Town Stadium genauer unter die Lupe nehmen.

Das riesige Stadion ist schon von der Waterfront aus nicht zu übersehen. Kein Wunder, dass es auch „weisser Elefant“ genannt wird. Das macht neugierig, mehr zu erfahren und es ist auch nicht schwer dort hin zu kommen. Es gibt eine MyCiti Bus-Station und genügend Parkplätze.

Abreissen? Besser nicht…

Die Tour startet am Ticketschalter (dort gibt es auch die Tickets für die Touren) und führt durch ein Tor die Treppen zum Stadion hinauf. Dort wartet schon die freundliche Führerin, offen für jeglichen Small-Talk und bereit jederzeit Fotos von den Teilnehmern zu machen. Zunächst geht es auf die Tribüne, mit Blick auf das gesamte Spielfeld und die umliegenden Plätze. 

Unfassbar, dass so ein Monstrum nur für eine Weltmeisterschaft geschaffen wurde. Doch wie die Führerin erklärt, wird das Stadion zwar nicht mehr so viel genutzt wie früher, doch die lokale Mannschaft „Ajax Cape Town“ bestreitet hier ihre Heimspiele und viele internationale Begegnungen finden hier statt, wie Vorbereitungsspiele für die WM oder Freundschaftsspiele. So war die norwegische Nationalmannschaft zu Gast und auch schon Manchester United. Hauptsächlich wird es aber für Großveranstaltungen genutzt. Hier spielten schon U2, Lady Gaga, Justin Bieber und im Mai des nächsten Jahres One Direction. In den letzten beiden Fällen waren die Tickets für das gesamte Stadion an einem Tag ausverkauft. 

Es gibt ein paar allgemeine Informationen zum Stadion, so können bestimmte Plätze entfernt werden und an der Stelle, wo das Dach offen erscheint, befindet sich eine Glasplatte auf der Menschen umher laufen können. Dies kommt allerdings selten vor. Das Stadion hat 68.000 Plätze, die auf 55.000 reduziert werden können.

Presse und die Bösen

Weiter geht es zum Pressebereich. Dort gibt es zwei unterschiedliche Aussenbereiche, überdacht und nicht überdacht. Das hat nichts mit der Wichtigkeit der Presseleute zu tun, sondern mit ihrer Ausstattung. Diejenigen, die an den Strom angeschlossen werden müssen und sehr viel technisches Equipment haben, sitzen auf den überdachten Plätzen. Diejenigen, die nur ihr Tablet, Handy oder sonstiges benutzen, das sie schnell wegpacken können, bekommen die nicht überdachten Plätze. Sollte es anfangen zu regnen können sie ihre Sachen schnell zusammen packen und Schutz unter der Überdachung suchen, mit Kabeln und all dem Equipment würde dies zu lange dauern. Von hier aus geht es in den Konferenzraum, aus dem die Pressekonferenzen ins Fernsehen übertragen werden. Dort finden auch die Pressekonferenzen von Ajax Cape Town statt. 

Das Cape Town Stadium besitzt ein eigenes Gefängnis, aufgebaut wie eine kleine Polizeistation. Zuerst gelangt man in einen Vorraum, in dem geklärt wird, welcher Fall
vorliegt und wie gehandelt wird. Durch eine Tür geht es zu den Zellen. Es gibt drei Stück insgesamt, doch in jede passen etwa 20 Personen. Zwei davon sind für die Männer und eine für die Frauen, da davon ausgegangen wird, dass die Männer mehr Probleme machen. Aber bloß nicht falsch verstehen! Hier werden keine Schwerverbrecher weggesperrt, sondern vor allem Leute, die illegal Tickets verkaufen oder versuchen auf das Spielfeld zu gelangen.

Gemeinsam mit Ronaldo und Messi

Danach geht es mit einem angenehmeren Teil weiter: die Mannschaftskabine. Teilweise so gross, dass sich zwei Teams in einer Kabine aufhalten können. Gut ausgestattet mit Duschen, Toiletten, Massageräumen und kleineren Becken, die dafür da sind, dass der komplette Dreck abgewaschen werden kann. 

Es geht weiter zum Ankunftsbereich. Vorne an der Strasse halten die Mannschaftsbusse, die Spieler steigen aus und laufen in das Stadion. Durch den Flur, durch den man während der Führung läuft, sind auch die Weltstars Cristiano Ronaldo und Lionel Messi gelaufen. Ihre Strecke verfolgend gelangt man in den Bereich, wo beide Mannschaften das erste Mal aufeinander treffen, kurz bevor sie auf das Spielfeld auflaufen. Natürlich dürfen die Teilnehmer der Führung durch diesen Gang an den Rasen herantreten. Heran! Nicht drauf. Denn den Rasen zu betreten ist strengstens verboten. Doch jeder darf ihn einmal mit der Hand anfassen.

Promis überall

Normalerweise gehört noch der Besuch der VIP Lounges zur Führung dazu, doch an diesem Tag war das etwas anders. Das Cape Town Stadium wird häufig als Drehort, vor allem für amerikanische Serien und Filme, genutzt und so auch an diesem Tag. Denn wie schon einmal erwähnt, wird in Kapstadt momentan die vierte Staffel der Serie „Homelands“ abgedreht. Die haben die VIP-Lounges in ein Flughafengebäude verwandelt und durften bei den Dreharbeiten nicht gestört werden. 

Eine Stadionführung lohnt sich auf jeden Fall und ist ein Muss für jeden Fussballfan.
Führungen gibt es immer dienstags bis samstags, um 10 Uhr, 12 Uhr und 14 Uhr.