Thursday, December 2, 2010

Welcome to the Mandela University

Noch nie davon gehört?

Na dann lohnt sich der Besuch der Gefängnisinsel Robben Island!!

Robben Island diente 1961 bis 1991 als Gefangeneninsel und Hochsicherheitsgefängnis. Die 16 km vor Kapstadt vorgelagerte Insel hatte als ausbruchsicheres Gefängnis eine ideale Lage. Fluchtversuche waren wegen der Entfernung zum Land und der kalten, gefährlichen Strömung praktisch aussichtslos. 



In dem einstigen Gefängnis verbrachte Nelson Mandela fast zwei Jahrzehnte als Häftling in einer 4 m² großen Einzelzelle, den größten Teil seiner insgesamt 27-jährigen Haftstrafe. Nach dem Ende der Apartheid wurden alle politischen Häftlinge entlassen und Robben Island zu einem Natur- und Nationaldenkmal und das frühere Gefängnisgebäude zu einem Museum umgestaltet. Heute gilt die Insel als nationale Gedenkstätte, vielbesuchtes Museum und seit 1999 auch als Weltkulturerbe der UNESCO.


Aber was hat es nun mit der Universität auf sich?

Zum Höhepunkt der Anti-Apartheid Bewegung war Robben Island als berüchtigstes Gefängnis Südafrikas für politische Häftlinge bekannt. Die Insassen mussten harte Arbeit im Steinbruch verrichten, waren oft nur unzureichend gekleidet und mussten auf dünnen Strohmatten auf kaltem Fußboden schlafen. Im Jahre 1971 protestierten die Gefangenen für humanere Bedingungen und setzten unter Anführung Mandelas auch das Recht auf Bildung durch. Unter dem Slogan "teach one who teaches you" nutzen die Häftlinge ihre Freizeit für die eigene Fortbildung und lehrten einander. So entstand auch der erste Teil Mandelas Memoiren "Long Walk to Freedom" hier. 1994 nahm Mandela als erster schwarzer Präsident Südafrikas elf seiner ehemaligen Mithäftlinge in seine Regierung auf.

Jeder, der den ehemaligen Häftlingen Gedenken möchte und sich traut, das Maxium Security Prison zu betreten, sollte sich die dreistündige Tour nicht entgehen lassen. Mit dem Boot geht es in 30 Minuten zur Insel, wo man diese mit dem Bus erkunden kann (über 300 Menschen leben derzeit auf Robben Island) und anschließend mit einem Guide das Gefängnis betritt. Die Gefängnistouren werden von ehemaligen politischen Gefangenen geführt und liefern einen guten Insider-Einblick. 

Touren können unter http://www.robben-island.org.za/ gebucht werden. Vorbuchungen werden wärmstens empfohlen.

Tuesday, November 30, 2010

Kinderleicht- Ein Liebesbrief an die Kinder Südafrikas

Filmreif zum Weihnachtsfest kann nun jeder von euch nicht nur seinen Liebsten eine Freude unterm Weihnachtsbaum bereiten, sondern auch das großartige Lebenswerk von Inge und Jutta unterstützen!!!

Kinderleicht handelt von der wahre Geschichte von Slovo und Siphe, zwei Jungs aus den Townships vor den Toren Kapstadts, die viel zu früh ihre Mutti verloren haben. Inge und Jutta haben die zwei Waisenkinder adoptiert und mit Unterstützung von vielen Gästen und Freunden ihrer Cedric´s Lodge den Kindern den Weg in eine strahlende Zukunft ermöglicht. Der Liebesbrief ist an die Jungs adressiert, die ohne Hilfe vieler ansonsten keine Chance im Leben bekommen hätten.

Inge und Jutta haben mit Hilfe von Dieter Nuhr, Pierre Tierrer (Kamera) und Cedric Schmid und Renier de Bruyn (Regisseure) ein wunderschönes Werk auf die Beine gestellt, welches den Weg der beiden Brüder aus dem Township Khayelitsha in die Weiten Kapstadt und Südafrikas beschreibt. Begleitet von Slovos Gesang und dem Klavier von Marikje Nowak wird der Zuschauer entlang der schönsten Plätze des Westkaps geführt. 


Slovo und Siphe
Slovo wird nächstes Jahr auf eine landwirtschaftlich orientierte Universität gehen und Siphe wurde auf Grund seiner Intelligenz in das beste College des Landes aufgenommen. Trotz intensiver Bemühungen erhalten die beiden Brüder keine staatliche Unterstützung. Mit der Hilfe von Beat wurde ein Tischkalender und der wunderschöne Film produziert. 

300 Stück an der Zahl stehen zur Verfügung. Seien Sie Teil eines Lebenswerkes zwei sehr talentierter und intelligenter junger Männer und unterstützen Sie den Sockel jeder funktionierenden Gesellschaft- die Bildung.

Der Preis pro DVD inklusive Kalender beträgt 18,00 EUR und kann unter info@cedricslodge.com oder info@piroschka.co.za bestellt werden. 

Tuesday, November 23, 2010

WAG Fashion!!!!

Berlin, Mailand, New York, ..... haltet euch gut fest! Hier kommt Mode aus Kapstadt und die kann mehr als mithalten!!!!!!

Das Modelabel WAG präsentierte am Wochenende seine neue Sommerkollektion 2010/ 2011 in der Karma Lounge in Camps Bay. Wir durften uns knapp und sexy aufstylen und die wundervollen Kleider flattern sehen. 

Die WAG Sommerkollektion 2010/ 2011

WAG ist das Modelabel  der Kapstädter Designerin Sheray Bakos. Sheray wurde schon im jungen Alter von acht Jahren von ihrer Großmutter das Nähen gelehrt. Mit diesem Wissen und einer Menge Inspiration gründete sie 2003 ihr Modelabel. Die Kleidung wird in einer kleinen Fabrik in Kapstadt mit Liebe zum Detail angefertigt. Die schicke Designerware ist dann in zwei Shops, einmal in Camps Bay und einmal auf der Long Street, zu erwerben.

Die WAG Sommerkollektion 2010/ 2011
Die Kleider vermitteln Charm und Ausstrahlung nicht nur beim abendlichen Ausführen, sondern bei jeder alltäglichen Aufgabe. Warum soll man nicht in jeder Situation gut aussehen? Was wir besonders an Sherays Kleidung lieben, sind neben den Stoffen, Farben und Schnitten die erschwinglichen Preise. 

Sheray (3.v.l) mit ihren Models
Wir sagen Danke und weiter so!!!
Für alle Frauen dieser Welt, jeder Besuch bei WAG wird mit wunderschönem Aussehen belohnt :)

Besucht WAG bei: 


Shop 4b. 1st Floor
The Promenade
Victoria Road
Camps Bay
Tel: 0027 (0)72 035 1448

Shop
301 Long Street
Tel: 0027 (0)79 632 8071


Website: www.wagfashion.co.za
Mail: sheray78@hotmail.com

Friday, November 12, 2010

In den Hauptrollen:   
Magda
Freya




&

 


& die ganzen wunderschönen Tiere!


Hex River Valley
Die Drehorte unserer lustigen und abenteuerlichen Safaritour sind zum einen das Privatreservat Aquila und zum anderen das Naturreservat Karoo One. Gestartet sind wir im wundervollen Kapstadt. Entlang der N1 Richtung Klein Karoo passierten wir die Städte Paarl, Worcester und De Doorns. Die Fahrt führte uns durch das beeindruckende Hex River Valley. Eine bezaubernde Berglandschaft, die sich durch die Steppe und Wüste zieht. 

Cottages im Aquila Privat Game Reserve
Nach knapp zwei Stunden haben wir unser erstes Ziel erreicht: das Aquila  Privat Game Reserve. Und was uns da erwartet hat, war unglaublich!! Ein 5000 Hektar großes Areal mit vereinzelten Cottages, die den Besuchern als Übernachtungsmöglichkeit dienen. Der Rest des Areals: Steppe und Wüste uuuund unglaublich wunderschöne Tiere!!

Neben den großen Big Five (Löwe, Elefant, Nashorn, Büffel und Leopard), die man als Südafrikaurlauber gesehen haben muss, sind uns auch Giraffen, Nilpferde, Zebras, Warzenschweine, Krokodile, Geparden und Springböcke begegnet. Das Reservat beheimatet aber eine weitaus größere Vielfalt. Südafrikagäste, die nicht die Möglichkeit haben in die großen Nationalparks wie den Kruger National Park oder den Addo Elephant Park zu reisen, sollten die Gelegenheit ergreifen und das Privatreservat Aquila im Kleinen Karoo besuchen. Es bietet die Möglichkeit wunderschöne Tiere in ihrem natürlichen Lebensraum zu sehen und eine Menge Spaß zu erschwinglichen Preisen zu erleben.

Wie sind die Tiere hierher gekommen?

Es gibt neben den Landureinwohnern wie beispielsweise den Nashörner auch Tiere, die dem Reservat in jüngerer Vergangenheit zugeführt wurden. Die prähistorischen Rhinozerosse haben schon zur Zeit der San, der Buschmänner Südafrikas, gelebt. Die San waren auch diejenigen, die nicht nur den Tieren Aufmerksamkeit boten, sondern auch deren Exkrementen. So haben die San das, wo heute alle "Iiiiiiiiiii..." schreien würden, zum Überleben in der Steppe genutzt. Der getrocknete Kot speichert unmengen Wasser, welches in der Wüste die größte Rarität darstellt. Darüber hinaus lässt sich das getrockene Zeug auch rauchen! Erfahrungsberichte sind an dieser Stelle herzlich Willkommen.  :)

Man mag es zwar nicht glauben, aber in Südafrika lebt eine riesige Vielzahl von Elefanten. Es sind sogar so viele, dass sie als "Plage" bezeichnet werden und zum Jagen freigegeben werden. Und so nimmt Aquila jedes Jahr ein paar Elefanten auf, um sie vor Jägers Flinte zu retten. Können die männlichen Elefanten im zeugungsfähigen Alter nicht ihren Trieben nachgehen, werden sie richtig zickig und können bis zu dreißig Bäume am Tag umschmeißen. Ein bitterliches Ergebnis in der Steppe, welche sich um jeden einzelnen Baum freut. 

In abgesperrten Bereichen beherbergt Aquila auch Löwen, Leoparden und Geparden. Es befindet sich auf dem Areal sogar eine  Resozialisationsstation. Hier können Tiere, welche gequält und von Menschen zur Schau gestellt wurden, wieder zu sich kommen. Darüber hinaus ist das Reservat ein aktiver Teilnehmer in Geparden-Aufzuchtprogrammen. 

Wo befinden wir uns bei Sonnenuntergang? 

Terrasse des Karoo One
Der schönste Ort zum Ausspannen nach einer abenteuerlichen Safari ist das Karoo One Nature Reserve. Aquilas größter Nachbar liegt auch an der N1 und ist sehr einfach zu erreichen.  Die Stille und das Zwitschern der Vögel widersprechen sich nicht- ganz im Gegenteil entsteht eine so harmonische Melodie, dass man die wunderschönen Kapholländischen Häuschen, in denen man wohnt, als Eigenheim empfindet. Und wer noch nicht genug von Tieren hat, kann hier mit kleinen Hasen, Schafen und Springböcken spielen.

Seht selbst, was wir aufregendes erlebt haben:   




Friday, October 29, 2010

Charisma im Township

Welche Wörter fallen einem zur Beschreibung eines Townships ein? -Ich würde sagen: Charisma, Flair und Kultur!

 Aber....., werden jetzt einige sagen. 
Schlechte Erinnerung an die Apartheid
Ja! Während der Apartheid wurden die schwarzen Bewohner Südafrikas über 50 Jahre lang unterdrückt. 
Und ja! Es wurden ihnen fast alle Grundrechte genommen. 
Und ja! Sie wurden zu Dutzenden in Elendsvierteln zusammengepfercht. 
Und ja! Es ist auch wahr, dass die Mehrzahl von ihnen bis heute noch weiterhin in ärmsten Verhältnissen lebt.  
Das sind alles Tatsachen, die auf purer Realität beruhen. Und das ist eine knallharte Realität. Diese Realität kann man nicht verleugnen, jedoch kann man ein Stück weiter gehen und die Realität aus einem anderen Blickwinkel betrachten. Aus dem Blickwinkel eines Township-Einheimischen. Und was man da sieht und fühlt, ist fern ab der knallharten Realität. Man sieht das Charisma, Flair und die einzigartige Kultur des Townships. 

In Kapstadt und umzu befinden sich die sogenannten "Cape Flats", besser bekannt als Townships. Südöstlich vom Stadtkern findet man Athlone, Crossroads, Grassy Park, Gugulethu, Khayelitsha, Langa, Lansdowne, Manenberg, Mitchell´s Plain, Nyanga und Philippi. Das älteste, errichtet 1927, trägt den Namen Langa (dt. "Sonne") und das größte namens Khayelitsha (dt. "Neues Zuhause") beherbergt einen Wohnraum für über 1,4 Millionen Menschen. 
 Zwei von ihnen sind Songs und Odwa. Beide sind in Langa geboren und aufgewachsen und gerne bereit, uns den Flair im Township ein wenig näher zu bringen. 
African Gospel Church
Bobo´s Frisörsalon
Denn in der Tat spiegelt Langa mit ihren 250.000 Einwohnern eine eigene Stadt für sich wider. Vom Herzen des Townships aus verbreitet sich über die Häuser und Wellblechhütten die Farbe, Energie und Lebhaftigkeit der Bewohner. Sie bereichern die bunte Community mit unterschiedlicher Musik, Sprache, Style und Gerichten. In der Tat spricht es Wahrheit, dass sich hier der Geburtsort Kapstadts Kunst, Unternehmertum und Widerstandskraft befindet.

Nur Frauen brauen das Bier im Township
Im Township finden die Bewohner alles was sie zum Leben benötigen. Von über Shops, Bars, Restaurants, Schulen, Frisöre über Kirchen, Banken, Postfilialen, eigenen Bierbrauereien ;-) et cetera. Dadurch sind die Einwohner nicht mehr gezwungen den weiten Weg ins Stadtzentrum zu fahren. Ein jedoch weitaus wichtigerer Grund ist: Arbeitsplätze werden geschaffen!

 
Was aber macht nun das besondere Flair des Townships aus? 


Die Mischung machts! Zum einen haben die Wellblechhütten natürlich ihren ganz eigenen persönlichen Charakter und zum anderen stehen hier wundervoll renovierte Häuser neben einfachen Wellblechwohnungen. Das liegt daran, dass 60% der Hütten renoviert und durch internationale Hilfe gekoppelt an südafrikanische Regierungsprogramme neu aufgebaut wurden. So findet man Wellblechhütten Tür an Tür mit schönen und großen Einfamilienhäusern. 
Nun ist es nicht nur die architektonische Mischung, die den Charme bestimmt. Die Mischung der Bewohner machts! So wohnt der erfolgreiche Arzt in seinem Beverly-Hills-Haus direkt neben seinem Nachbarn und arbeitslosen Freund, welcher mit seiner siebenköpfigen Familie auf 15m² in der Wellblechhütte haust. "Unmöglich?", fragen wir Songs und Odwa. "Nein", antworten beide einstimmig. Wenn es etwas gibt, was wir nicht im Township finden, dann ist das Neid. 

"Wenn du schnell gehen willst, geh alleine. 
Wenn du weit gehen willst, geh zusammen." 

Das ist nicht nur ein afrikanisches Sprichwort, welches sich seit Her und Je bewahrheitet hat. Auf die Frage, warum Songs immer noch in Langa wohnt, obwohl er einen Job hat, das Collage besucht hat und erfolgreich als Lehrer arbeitet, antwortet er  ganz einfach: "That´s my home." Heimatgefühl sowie Gemeinschaft werden hier an erste Stelle gestellt. Und dieses Gemeinschaftsgefühl kann man nicht nur sehen, man kann es auch fühlen. 

Hier wohnt Odwa mit seiner Familie
So gefühlsintensiv beschreibt auch Odwa sein Leben hier im Township. Odwa studiert Tourismus und finanziert sich sein Studium durch Erspartes und Spenden von Freunden und der Community. Er haust in einem Wohnblock mit seiner Mutter und seinen zwei jüngeren Brüdern und schläft aus Platzgründen auf dem Boden. Bewohner wie Odwa blicken nicht aus Neid und Gier zu ihren erfolgreichen Nachbarn rüber, sondern aus Inspiration! Der benachbarte Arzt oder Anwalt erfüllt eine Vorbildfunktion für viele Mitglieder der Community. Und so spürt man in jedem gesprochenen Wort und Blick das Gemeinschaftsgefühl, obwohl man so fremd ist, wie man nur sein kann. 

Magda und Vicky
Vicky´s zweistöckige B&B-Wellblechhaus
Das spürbare Gemeinschaftsgefühl vermittelt uns auch Vicky aus Khayelitsha. Vicky ist eine Entrepreneurin wie sie im Buche nicht besser stehen könnte, denn Vicky führt seit 13 Jahren erfolgreich ihr kleines Bed&Breakfast im Township, welches auch liebevoll "Südafrikas kleinstes Hotel" genannt wird. Für 250 ZAR kann man eine Nacht in Kapstadts größtem Township verbringen und sich von dem Gemeinschaftsgefühl selbst überzeugen. Doch in diesem Sinne ist Vicky keine Kapitalistin. Denn sie gibt alles, was sie verdient an die Community zurück. So richtet sie jedes Jahr ein riesiges Weihnachtsfest, zu welchem jeder herzlich Willkommen ist, aus oder verteilt jeden Dienstag und Donnerstag Lunchpakete an die benachbarten 200 Kinder in der Community. Und so wächst das Gemeinschaftsgefühl innerhalb des Townships. Durch Inspiration, Hilfe, die Schaffung von Arbeitsplätzen für Nachbarn und Freunde und vor allen Dingen Nächstenliebe. 

Das ist die Seite der internen Gemeinschaft im Township. Nicht zu vergessen (und zu verwechseln) ist die Seite der externen Gemeinschaft im Township. Hierbei handelt es sich um Charities, die Community-Zentren aufbauen, NGOs, die Aufklärungsarbeit und AIDS-Hilfe leisten, Organisationen, die ganze Wohnviertel renovieren und Häuser mit Solarzellen ausstatten und Wirtschaftskonzerne, die Schulen aufbauen und in Bildung investieren. 

"Kinder sind unsere Zukunft!"

Dieser Satz stammte schon aus Mandels Repertoire. Die Dalukhanyo Vorschule, unterstützt vom Reiseveranstalter Hylton Ross, liefert Plätze für über 50 Kinder. Sobald man die Kinder singen und tanzen hört, ist man dem Gemeinschaftsgefühl völlig verfallen und nicht mehr fremd, sondern Freund. 

Jeder, der die Möglichkeit hat, ins Township rauszufahren, sollte diese Gelegenheit unbedingt nutzen. Nicht, um sich vor der furchterregenden Armut zu gruseln, sondern, um sich von der Einzigartigkeit, Vielfalt und dem hingebungsvollen Charme des Townships inspirieren zu lassen!!!!

Thursday, October 21, 2010

Wein? -Nein danke, ich trinke eigentlich nur Bier.

Ist es ein (inter)nationales Vorurteil, dass die Deutschen NUR Bier trinken? Ich kann mit guter Sicherheit sagen, dass es sich in der Tat nur um ein Vorurteil handelt (und im Geheimen hoffen, dass es auch eines bleibt) .

Belehrt wurde meine Person am eigenen Leibe bei der wundervollen und äußerst empfehlenswerten Weinlandtour im Western Cape mit dem Anbieter African Eagle. In den Weinregionen rund um Kapstadt befinden sich über 500 Weingüter, was sich ruhig in Südafrikas Weinexportstatistiken widerspiegeln darf. Über 200 Millionen Liter Wein werden jährlich abgefüllt und tragen dazu bei, dass Südafrikas Weinindustrie den neuntgrößten Platz der Weltrangliste belegt.

Unsere, durch immer mehr Weinkonsum lustiger werdende, Tourgruppe umfasste  Publikum aus Australien, Frankreich, Großbritannien, Deutschland und Mauritius. Alle zusammen begaben wir uns entlang des Weges nach Stellenbosch, Franschhoek und Paarl. 

Unser erster Stopp auf dem Weg in die kleine und entzückende Universitätsstadt Stellenbosch war die Weinerei namens Zevenwacht. Gehörend zu der Weinregion um Stellenbosch und auf eine 200-jährige Erfahrung blickend, wurde hier jeder Biertrinker bekehrend empfangen. Das Personal in Zevenwacht hat uns nicht nur in die Weinkeller geführt, sondern auch den Prozess der Weinherstellung fühlbar näher gebracht. Ein Wein entsteht vereinfacht in vier Schritten: 

1. Maischen, keltern, pressen: 

Bedeutet, dass die Trauben per Hand gepflückt werden und in einer Mühle zerdrückt werden. Bei Weißweinen werden die zerdrückten Trauben (Maische) dann noch gepresst (Keltern). Rotweine werden nach dem Gärungsprozess gepresst. 


2. Gärung: 

Bei der Gärung entsteht aus dem Zucker der Maische der Alkohol. Hierbei gibt es je nach Traube unterschiedliche Gärzeiten, zwischen sechs Tagen und Wochen, und unterschiedliche Gärtemperaturen.


 3. Reifung: 

Wein kann unterschiedlich lange in Holzfässern gelagert werden. Ein Rotwein kann bis zu 200 Jahre stehen und immer noch trinkbar sein. Weißweine ruhen kürzer, in der Regel einige Monaten.

4. Lagerung: 

Weine werden in Weinkellern bei kühlen Temperaturen um die 15° C gelagert.







Weinprobe bei Zevenwacht
Von diesem Wissen beflügelt, ging es zur ersten Weinprobe. Hierbei arbeitet man sich von den trockenen Weißweinen wie Sauvignon Blanc, Chenin Clanc und Chardonnay über die Roséweine zu den Rotweinen wie Pinotage, Merlot, Shiraz und Cabernet Sauvignon. Der Pinotage, eine Kreuzung zwischen Pinot Noir und Cinsaut, welcher einen sehr kräftigen Geschmack hervorbringt, ist des Kaps Vorzeigetropfen. Konkurrenz bekommt er aber in der zeitgenössischen Weinproduktion von leichterschmeckenden Verschnitten wie Cabernet Sauvignon oder Merlot. Die bekanntest Vielfalt bei den Weißweinen am Kap ist der Chenin Blanc, wobei sich der Chardonnay und der Sauvignon Blanc zur Sommerzeit an Nachfrage erfreuen. 


 

 

Auf unserer wunderbaren Tour sollte aber nicht nur der Alkoholpegel steigen, sondern auch die Abenteuerlust. Und so haben wir uns auf den Weg zu unserem zweiten Ziel, dem Weingut namens Spier gemacht. Ebenso zu der Weinregion um Stellenbosch gehörend, bietet dieses hoch diversifizierte Weingut neben Wein auch Golf, Reiten, ein Kunstzentrum und, wichtig, ein Geparden- und Adlerschutzgebiet an. Somit kann man hier, wirklich unglaublich, in unmittelbarer Nähe (ohne Zaun) neben Geparden und, zu meinen Lieblingen gehörend, Uhus stehen.


Das Gebiet um Stellenbosch und die Stadt ihresgleichen ist in jedem Fall einen Besuch wert. An einem schönen Sommertag, wie wir ihn auf unserer Tour erleben durften, kann man sich entlang der Dorp Street in der zweitältesten Stadt Südafrikas von der holländischen Architektur, der Freundlichkeit der vielen jungen Menschen und der auffallenden Dekadenz bezaubern lassen. 




"Dekadent" ist auch das richtige Stichwort für unsere zweite Weinprobe gewesen. Diese hat in der Weinerei Tokara (Anno 1722) stattgefunden. Tokara ist bekannt für ihre hochexklusiven, teuren und ausgezeichneten Weine. So darf man dann einen Pinotage 2008 mit Curry-, Schokoladen- und Weihnachtskuchenaroma probieren oder sich zum ersten Mal einen Cabernet Sauvignon 2001 mit Bleistift- und Fenchelaroma unter die Nase halten. "Très décadent", wie meine französischsprachigen Tourcompagnons zu sagen pflegten.


Hugenotten-Denkmal in Franschhoek
Und diese hatten besonders in Franschhoek, unserer nächsten Destination, sehr viel zu sagen. Zwischen 1688 und 1690 wurden über 200 Franzosen, sogenannte Hugenotten, als religiöse Flüchtlinge ans Kap gebracht. Die damaligen holländischen Herrscher übergaben ihnen das Land um das heutige Franschhoek (dt. französische Ecke). Damit ist der französische Einfluss in dem 6.000 Seelen Dörfchen, welcher sich in den Straßennamen wie La Belle Fleur oder La Vie de Luc erkennbar macht, augenscheinlich begründet. Die Rockety Bridge, gegründet 1797, hat als unser drittes Weinprobe-Etablissement zwar keinen französischen Einfluss, kann ihre Weine aber mit denen in Frankreich messen lassen (und die französischen Tourbesucher zur Weißglut bringen :D ). In Rickety Bridge haben wir dann auch die Gelegenheit bekommen, ein Picknick mit Ausblick auf die vielen und unendlichen Weinberge zu veranstalten.  


Weinfarm in Fairview
Diese Stärkung war bitter nötig, denn unser viertes Weingut namens Fairview (Anno 1693) in Paarl hatte neben einer einzigartigen und heimischen Atmosphäre, eine Riesenauswahl an Weinen sowie Weinproben. Jeweils sechs verschiedenen Weißweine und sechs verschiedene Rotweine durften getestet werden. Hatte man noch beim Betreten des Testraumes auf Fairview die frei rumlaufenden Ziegen auf Grund ihres riesigen Geweihs gemieden, so ist man nach der Weinprobe ohne Scheu an die "kuscheligen" Tiere rangetreten. 

Wie man sieht, verbindet so eine Tour nicht nur Menschen verschiedener Kulturen, sondern auch Mensch und Tier. Biertrinker erkennen das Wahre im Leben, nämlich Wein und Weinlaien können, wie mein bestes Beispiel beweist, eine Menge lernen. 

Danke African Eagle! Immer wieder gerne!!

Thursday, July 29, 2010

Ein Elefant im Porzellanladen

Wer sich ein Haus baut, sollte sich besser erkundigen, wer die eigentlichen Herren von Grund und Boden sind. Befindet sich auf dem Grundstück ein Haupthandelspfad einer Elefantenherde, dann lieber ein paar Meter weiter rechts oder links bauen, bitte!

Den Angestellten der Mfuwe Lodge in Süd-Luangwa Nation Park in Zambia fallen fast die Augen raus. Die Herde von einem Dutzend Elefanten stolziert ohne Scheu durch die Rezeptionshalle. Ohne nach ihrer Meinung gefragt worden zu sein, wurde die Lodge auf den traditionellen Pfad der Elefanten gebaut. Ginge es nicht auch ein paar Meter weiter rechts?
 
Die armen Tiere stolzieren mit wuchtigen Schritten die Eingangstreppe hinauf und suchen am Empfang nach ihren gewohnten Bäumen, von denen sie sich hier bislang  ernährten.
 
Täglich kam der Elefantenbesuch mindestens zweimal vorbei und das für 4 Wochen. Nach weiteren drei Wochen haben die Elefanten die Übernahme  ihres Bodens verstanden und ließen sich dann nur noch sporadisch sehen. 
Bislang sind keine Unfälle vorgekommen. Die großen Freunde verhalten sich sittlich und vorsichtig wie in einem Porzellanladen und gehen geordnet nachhause.