Monday, March 19, 2012

Roter Tee in brauner Erde

Das Western Cape, das Land um das Kap, ist eine der spektakulärsten Landschaften der südlichen Hemisphäre. Ein paar Autostunden nordwärts von Kapstadt bestimmen die Cederberge die Topographie. Auf ihrem kargen Grund wachsen die Büsche des Rooibos Tee.

Von Paul Seeberger

Es kann nicht immer Wein sein. Also habe ich mich, nachdem die meisten meiner Winzerfreunde ohnehin genug zu tun haben, in die Cederberge aufgemacht, um mich mit einem anderen – und durch und durch – südafrikanischen Getränk vertraut zu machen. Dabei hatte ich das große Glück, Robert Keller kennenzulernen, der mich in die Welt des Rooibostees einführte, eine Welt, die zum einen tief in die Geschichte führt, zum anderen aber auch demonstriert, wie vielfältig die Vegetation und Pflanzenwelt am südlichen Zipfel Afrikas ist. Und da man Erfahrungen auch teilen sollte, gibt es im Anschluss einen kleinen Text über das vielleicht gesündeste (aber trotzdem leckere) Getränk der Welt.

Dort, wo einst mächtige Zedern standen (die längst der Axt zum Opfer gefallen sind), dominieren heute Millionen grüne Nadelbüsche das braune Terrain. Rooibos, Afrikaans für Rotbusch, ist hier auf einer Fläche von knapp 3000 qkm die Lebensader einer ganzen Region. Gelegentlich durchbrechen jedoch auch rote Einsprengsel dieses grüne Meer. Diese leuchtenden Flecken sind tote und abgestorbene Büsche und verantwortlich für deren Namensgebung.

Rooibos gab es freilich auch schon, als die Cederberge noch von Bäumen bewachsen waren. Damals wurden sie vor allem von einheimischen Bewohnern zur Heilung diverser Krankheiten verwendet. Offiziell aufgebrüht wurden die Nadeln des Rooibos erstmals 1904, Benjamin Grünberg, seines Zeichens russischer Teehändler, sei gedankt. Zwar fand der Tee spontanen Anklang, an zunehmender Reputation gewann er freilich erst in der zweiten Hälfte des letzten Jahrhunderts. Das lag zum einen an seinem feinen, leicht nussigen und honigartigen Geschmack – dem immer ein wenig Süße immanent ist und der deshalb bestens ohne Zucker getrunken werden kann – zum anderen jedoch an seinen vielfältigen gesundheitsfördernden bzw. prophylaktischen Eigenschaften.

Rooibos ist in multipler Weise antikarzinogen, -oxidant und -allergisch. Daneben gibt es allerdings auch einige Faktoren denen man einen pro hinzuaddieren kann. Er besitzt natürliche Vitamine, Kalzium, Kalium, Eisen, Fluor, Magnesium und nicht zuletzt exakt 99 ätherische Öle. Rooibos stärkt das Herz, ist angeblich gut für Heuschnupfengeplagte, tut dem Körper gut und was mindestens genauso wichtig ist, er schmeckt auch richtig gut.

Dass dem so ist, liegt an mehreren Faktoren. Zum einen an den Pflanzen an sich, die, nachdem sie manuell und klassisch mit einer Sichel geerntet wurden, in verschiedene Längen gehäkselt werden. Mit Wasser besprüht, machen sie über Nacht einen Fermentationsprozess durch, der ihnen einen rostroten Ton verleiht. Danach wird der Tee auf grossen Betonplatten an der bis zu 45 Grad heissen afrikanischen Sonne getrocknet und in große 400 kg Säcke abgepackt. Diese werden von den Exportfirmen beim Farmer aufgekauft, gesiebt und sterilisiert und in 20 Kg Säcken abgepackt und exportiert. Der meiste Tee wird im Bestimmungsland dann als lose Päckchen oder in Teebeutel verpackt. Das ist die eine relativ simple Seite der Medaille. Auf der anderen Seite stehen Boden und Klima, und da tauchen auch Parallelen zu den besten Weinen Südafrikas auf. Rooibos liebt die sandigen leicht sauren Sandböden am Fuße der Cederberge und das trockene, karge Klima. Der Busch ist aber, anders als die allermeisten Trauben, so kapriziös, dass er auch wirklich nur in dieser Ecke der Welt überlebenswillig ist (und dort auch gleich bis zu 30 Jahre alt wird, sofern er nicht laufend gestutzt wird). Australier haben sich am Rooibosanbau versucht, Kalifornier ebenso. Beide sind gescheitert.

Wenn der Busch also nicht zum Farmer kommt, dann kommt der Farmer eben zum Busch. So lautete zumindest die Devise von Robert Keller. Der Schweizer folgte dem Ruf des Rotbuschs und zog vor einigen Jahren in den Schlagschatten der Cederberge. 375 Tonnen produziert Keller alljährlich, und selbst die alteingesessenen Teeproduzenten loben seine Qualitäten; aufgrund des Bodens und dem Niederschlag ist der Tee keineswegs kontinuierlich gleich: so hat Rooibos mit einem höheren Holzanteil oder kürzeren Schnitt einen gehaltvolleren, intensiveren Geschmack, während möglichst reiner Nadeltee wesentlich sanfter und weicher wirkt, aber von der Farbe edler wirkt.

Damit der Trinkgenuss auch wirklich optimal ist, bedarf es einer gewissen Trinkkultur: So sollte man Rooibos möglichst mit 90 Grad warmem Wasser aufbrühen, damit die Mineralien und Vitamine nicht zerstört werden. Pro Tasse sollte ca. einen Teelöffel Rooibos verwenden und ihn einige Minuten ziehen lassen. Rooibos ist im Gegensatz zu schwarzem Tee nicht bitter und eignet sich auch bestens als Eistee; mit einem Schuss Zitronensaft oder -sirup wirkt er zudem erfrischend. Rooibos ist koffeinfrei (und deshalb auch ein perfektes Getränk für Kinder, oder abends)!

Wer noch immer keine Lust auf Rooibos bekommen hat, der kann natürlich auch weiter gerne Wein trinken. - Einen Versuch jedoch, ist der rote Tee (der eigentlich zu den Hülsenfrüchten zählt) allemal wert.

Monday, March 5, 2012

Eröffnung der Ausstellung in der WOODSTOCK FOUNDRY

Gestern Abend fand die Eröffnung der Woodstock Foundry & Southern Guild Exhibition in Kapstadt statt. Nicht nur die exklusiven Design-Artikel waren ein Hingucker, sondern auch bunte gemischte Truppe der geladenen Gäste.

Von Julia Berghofer

Das Gebäude der Woodstock Foundry befindet sich in einer aufstrebenden Gegend Kapstadts. Woodstock ist gerade dabei, sich vom zwielichtigen Hinterzimmer der Stadt zum Künstlerviertel und hippen Geheimtip zu entwickeln. Die Präsenz von Armut und Kriminalität lässt sich jedoch noch immer hautnah spüren und gibt dem bunten Treiben innerhalb der umgebauten Fabrikhalle einen surrealistischen Touch.

Mit etwas Phantasie kann man sich noch gut vorstellen, wie es in dem alten, verwinkelten Gebäude mit dem lichten, von einer Veranda gesäumten Innenhof, ausgesehen haben könnte. Ein wenig düster und heruntergekommen muss es ausgesehen haben. Alte, halb verfallene Tore und der Anblick von geschlossenen und vergitterten Geschäften, wenn man aus einem der hohen Fenster auf die angrenzende Straße blickt, runden das etwas schaurige Flair ab.

Heute steht mitten im Innenhof eine lebensgroße von innen beleuchtete Nashorn-Skulptur als Draht und Papier. Im Hintergrund plätschert ein von weiß glänzenden Keramikformen eingefasster Brunnen. In den Ausstellungsräumen finden sich die vielfältigsten Deko-Artikel, Interieur-Design und Schmuck. Sogar ein Hair-Dresser hat sich hier niedergelassen. Die Friseurtischchen sehen aus wie die Nachttische im Krankenhaus, an der Wand hängen alte Biedermeierbilder, Scheren und ein Mao-Porträt. Beim näheren Hinsehen recht willkürlich zusammengestellt, wirkt die Einrichtung des Salons als Gesamtes absolut geschmackvoll und ein wenig schräg.

Etwas gewöhnungsbedürftig ist auch ein eines der Highlights der Ausstellung, ein Kunstgegenstand, der für ganze 17 000 Rand zu haben ist und den vielversprechenden Namen „De Laaste Brai“ trägt. Als letzten Schrei der sogenannten „tombstone couture“ haben die afrikaansen Punk-Künstler Zander Blom und Adriaan Hugo einen Grabstein aus schwarzem Granit zum Grill umfunktioniert. Selbst Fotos von der Installation kosten bereits ein Vermögen.

So bunt, vielfältig und ausgefallen wie die Design-Artikel sind auch die Besucher der Ausstellung. Den meisten sieht man das Künstlerdasein auf den ersten Blick an – erlaubt ist, was gefällt. Nach diesem Motto trifft man auf bunte Vögel, Haute Couture-Erscheinungen und leger gekleidete Kunst-Shopper gleichermaßen.

Wer sich für ausgefallene Kunstgegenstände und Inneneinrichtung interessiert, sich unter Maos wohlwollendem Blick einen neuen Haarschnitt verpassen lassen oder einfach einen Kaffee im angesagten West Street Cafe genießen möchte, dem sei die Woodstock Foundry wärmstens empfohlen!

Tuesday, February 28, 2012

Markt in Hout Bay


Ein bisschen bummeln, mitreißende afrikanische Live-Musik und regionale Spezialitäten: das alles bietet der Markt in Hout Bay, gerade mal eine halbe Stunde von Kapstadt entfernt.

Von Julia Berghofer

Hier möchte man am liebsten das ganze Wochenende verbringen – der kleine Markt direkt am Hafen von Hout Bay bietet alles, was man braucht um eine anstrengende Woche gemütlich ausklingen zu lassen. Hier treffen sich Alt und Jung, um sich zwischen den Ständen umzusehen, beisammen zu sitzen, Musik zu hören und sich aufs Vortrefflichste verköstigen zu lassen.

Jeden Freitagnachmittag um fünf geht es los – dann öffnet die ehemalige Fischfabrik, die sich trotz knallbuntem Mobiliar ihren authentischen Charme erhalten hat, ihre Tore. Mach einer ist zum ersten Mal hier, für die Bewohner von Hout Bay und den angrenzenden Städten und Gemeinden ist der Markt längst zu einem Wochenendritual geworden. In der familiären und ausgelassenen Atmosphäre lässt es sich hervorragend feiern, ein Glas Wein trinken und Bekanntschaften schließen.

Etwa 100 Stände finden in der verwinkelten Halle Platz. Von Kunst über Antiquitäten, Schmuck und Kleidung wird hier alles mögliche angeboten, was den Geldbeutel schnell um einige Rand leichter macht, aber dennoch im erschwinglichen Bereich liegt. Im hinteren Teil kommen Feinschmecker ganz auf ihre Kosten. Die Entscheidung zwischen den verschiedensten südafrikanischen Spezialitäten – wie beispielsweise den traditionellen gefüllten Samosas – und kunstvoll verzierten Patisserie-Waren, kann sich zu einer echten Herausforderung entwickeln. Für die musikalische Untermalung ist ebenfalls bestens gesorgt, unterschiedliche Bands und Gruppen wechseln sich wöchentlich ab. Dieses Wochenende kamen wir in den Genuss einer hervorragenden Trommler-Truppe.

Für diejenigen, die das Nachtleben weniger lieben, empfiehlt es sich, den Markt Samstag oder Sonntag Morgen zu besuchen. Ab 9.30 lockt ein vielversprechendes Frühstück für einen gelungenen Start in den Tag. Auch für Touristen lohnt es sich, einen Nachmittag am Strand von Hout Bay zu verbringen und dabei gleich auf einen Sprung in die alte Fischhalle hereinzuschauen – das ein oder andere Souvenir für Zuhause lässt sich mit Sicherheit finden!

Thursday, February 23, 2012

Und was nun, Paul?

Gestern traf der Bachelor im deutschen Fernsehen seine Entscheidung – blond oder doch lieber brünett? Tatsächlich ist die Sendung bereits seit Monaten abgedreht und Paul wieder auf dem Boden der Tatsachen gelandet.


Von Julia Berghofer


Paul, der heißumworbene Bachelor, der dank der RTL-Kuppelshow in Deutschland bekannter sein dürfte als Nelson Mandela, traf gestern seine finale Entscheidung. Die beiden verbliebenen Damen hatten erfolgreich 18 Konkurrentinnen ausgestochen und buhlten nun vor 5,8 Millionen gebannten Zuschauern ein letztes Mal um Pauls Zuneigung. In Wirklichkeit ist die Serie bereits seit Wochen abgedreht, der Bachelor hat seine Bachelorette bereits im Herbst gefunden und Kapstadt längst wieder verlassen. Die brünette Anja aus Karlsruhe konnte sich letztendlich gegen den 23jährigen Blondschopf Sissi durchsetzen. Beim Publikum rief Pauls Entscheidung indes große Empörung hervor. Wie um Alles in der Welt konnte der Traummann aus Winterhude, der nicht nur zum Mister Hamburg und 2009 zum „bestaussehenden Mann Deutschlands“ gekürt wurde, sondern mittlerweile auch sein eigenes Parfum hat („Rose Knight“ – Ritter der Rosen), der schönen Bayerin das Herz brechen? Manch einer beschimpfte den 30jährigen auf Facebook gar als „Idioten“…



Das Liebes-Aus kam schnell

Es gibt jedoch Grund zum Aufatmen für die erklärten Anja-Gegner. Die Liebe zwischen Paul und der Hessin stellte sich dann doch nicht so rosig dar, wie anfangs gedacht. Trotz eines hingebungsvollen „Ich habe mich in dich verliebt“ vor einem hochromantischen südafrikanischen Sonnenuntergang geht das Liebespaar aus der Kuppelshow wieder getrennte Wege. Es sei zu kompliziert gewesen die Beziehung zu organisieren – bis zum Ende der Ausstrahlung in Deutschland war es den beiden vertraglich untersagt, sich gemeinsam in der Öffentlichkeit zu zeigen. Auch ein Urlaub in den USA konnte die Gefühle nicht erneut aufblühen lassen. 

Und was treibt Paul sonst so? Prominent ist der zwar immer noch, das mag jedoch daran liegen, dass die letzte Folge gerade erst ausgestrahlt worden ist. Ansonsten ist im Hause Bachelor wieder der Alltag eingekehrt. Seit November wird wieder im Mittelfeld des Fünftligisten Niendorfer TSV gekickt, bei seinem Arbeitgeber Bacardi ist Paul derzeit „freigestellt“ – klar, er muss auch erst einmal sein Privatleben neu sortieren. In Zukunft sieht sich der Liebling aller Schwiegermütter entweder als Schauspieler oder im Bereich Sportmoderation.


Einmal wohnen wie der Bachelor


Eine gute Nachricht für die hartgesottenen Fans der Kuppelshow: zwar ist Paul längst wieder nach Hamburg abgereist. Die Villa, in der er und die 20 Kandidatinnen zwei Monate verbracht haben, steht jedoch wieder frei und kann gemietet werden. Wer – je nach Saison – zwischen 700 und 2 400 € pro Nacht investieren möchte, kommt in den Genuss eines der luxuriösesten Anwesen direkt in Camps Bay, wo die High Society von Kapstadt an einem der schönsten Strände Sonne tankt und sich in den unzähligen Cafes und Restaurants entlang der Promenade einfindet. Die Hollywood Mansion selbst lässt keinen Wunsch offen: neben dem hauseigenen Pool und einem ausgedehnten Garten mit Barbecue-Ecke ist eine Bibliothek mit 300 Büchern und eine Bar mit Billard-Tisch vorhanden. Platz für Freunde und Familie ist genug – die Villa verfügt über fünf Schlafzimmer, vier Garagen für zwölf Autos sowie neun Balkone, von denen aus man einen atemberaubenden Ausblick auf den Tafelberg und den Sonnenuntergang über dem Atlantischen Ozean genießen kann. Eigentlich muss man dazu auch gar nicht vor die Tür gehen: die Spiegel in einigen Badezimmern sind so ausgerichtet, dass man den Tafelberg beim Zähneputzen betrachten kann. Wer also selbst einmal ein echtes Bachelor-Feeling erleben möchte, sollte sich umgehend auf den Weg nach Kapstadt in die Hollywood Mansion machen.

Monday, February 20, 2012

Sima & Men of Praise

Schade, wenn Sie das verpasst haben: Sima und die Men of Prais gaben am 17.2. ein wundervolles Konzert unter den Sternen 

Von Julia Berghofer

Letzten Freitag verzauberte das Konzert der südafrikanischen Sängerin Sima zusammen mit dem Männerchor Men of Praise seine Zuhörer in der einzigartigen Location des Oude Libertas Amphitheatre in Stellenbosch. Sima, deren große Leidenschaft schon immer das Singen und die Musik gewesen ist, kann ihren ersten Soloauftritt als vollen Erfolg verbuchen. Begleitet von den Men of Praise und einer hervorragenden Band aus Musikern und Backgroundsängern, bot sie den Gästen - unter denen auch viele Deutsche waren - eine mitreißende Mischung aus Afrikanischem Soul, Jazz und Golden Classics. Auch sprachlich ist die junge Sängerin ein wahres Talent: sie bringt ihre Stücke in vier verschiedenen afrikanischen Sprachen dar. Die Vielseitigkeit ihres musikalischen Repertoires in Verbindung mit den vibrierenden Gospelklängen des christlichen Männerchors machten diesen Abend zu einem ganz besonderen Erlebnis, das dem begeisterten Publikum sicher noch lange im Gedächtnis bleiben wird. Wir freuen uns schon auf eine Fortsetzung!

Friday, February 17, 2012

Auftritt des Stellenbosch Libertas Chors auf dem Kreuzfahrtschiff „Seabourne Quest”



Der Stellenbosch Libertas Chor wurde 1989, also noch zur Zeit der Apartheid, gegründet.
Ziel des Leiters Johan de Viliers war es, Menschen aller Rassen durch die Musik zu verbinden und der Politik ein Zeichen zu setzen. In den letzten 23 Jahren hat der Chor viele Konzerte im In- und Ausland gegeben. Konzertreisen führten den Chor u. a. in die USA, die Niederlande und nach Deutschland. Höhepunkt war 2004 der Auftritt im Deutschen Bundestag anlässlich des Volkstrauertages. Das Repertoire des Chores reicht von Volksliedern in afrikanischen Sprachen bis hin zu klassischen Werken, wie der im Jahr 2010 aufgeführten H-Moll-Messe von Bach.

Anfang Februar stand nun ein besonderes Ereignis an – der erste Auftrittin der Geschichte des Chors auf einem Kreuzfahrtschiff. Die „Seabourne Quest“ – gerade erst im Juni 2011 in Dienst gestellt – startete für die Weltumrundung drei Wochen zuvor in Fort Lauderdale. Um den hauptsächlich amerikanischen Passagieren einen musikalischen Eindruck von Südafrika zu vermitteln, wurde der Chor gebeten, ein einstündiges Abendprogramm zu gestalten. Die ausgewählten Musikstücke reichten von "Glory Halleluja" über "Summertime" bis zu afrikanischen Volksliedern, die in Xhosa und Zulu vorgetragen wurden. Der Vortrag des Chors wurde mit großer Begeisterung aufgenommen und im Anschluss brachten viele Passagiere im persönlichen Gespräch mit einigen Mitgliedern ihre Begeisterung und Dankbarkeit zum Ausdruck. Eine Dame berichtete sogar, sie hätte vor Rührung
Tränen in den Augen gehabt.

Auch für den Chor war dieser Auftritt ein besonderes Erlebnis. Gerne wären die Chormitglieder länger an Bord geblieben und hätten die Fahrt nach Asien statt in das heimische Stellenbosch fortgesetzt.

Das „Mozart Requiem“ als nächstes Projekt des Chors wird am 20. Mai 2012 in Stellenbosch und am 27. Mai 2012 in Paarl aufgeführt. Karten können über Detlef Struck, Tel.: 0795971727 bezogen werden.

Detlef Struck (Mitglied des Libertas Chors) 15.02.2012

Thursday, February 9, 2012

Gustl’s Baum für Afrika

Geschrieben von Peter Koblmiller



Es ist nicht einfach für eine Familie den Ehemann und Vater zu sehen , wie er sich von einer stattlichen Deutschen Eiche langsam in einen hilfebedürftigen Strauch verwandelt. So geschehen in Nürnberg, wo Gustl von seinem Leiden erlöst wurde. Doch das war nicht das Letzte was wir von diesem Mann gesehen haben. Er wächst wieder, und zwar in Form eines Syzygium Paniculatum, eines Magenta Cherry Baumes, wie er umgangssprachlich genannt wird.



Gustl lernte das adoptierte Land seiner Tochter lieben. Neben der Sonne und dem schönen Kapstadt, lernte er aber auch die Schattenseiten kennen: die Armut. Es ist daher kein Wunder, dass bei der Trauerfeier auf Blumenspenden ausdrücklich verzichtet und um Geldspenden gebeten wurde. Projekte gibt es viele in Südafrika und alle würden eine Spende verdienen. aber die Familie entschied sich für das Projekt eines Freundes, Günters Kindergarten in Khayelitsha, dem Ärmsten Vorort von Kapstadt.

In eben dieser Vorschule Dora-Tamana fehlte eigentlich nur noch Schutz vor der brennenden Sonne Südafrikas. Unter diesem Umstand wurde nun mit Hilfe von vier Arbeitern, einem Kranwagen und Gustls vier Meter hohem Baum abgeholfen. Nun wächst er wieder, der Gustl , und zwar um einen Meter pro Jahr.