Wednesday, May 23, 2012

Weinauktion in Kapstadt und Johannesburg


Am Donnerstag, den 23. August 2012 findet in Kapstadt und am 30. August 2012 in Johannesburg, die Weinauktion von Nedbank Cape Winemakers Guild statt. Es wird die Moeglichkeit geboten, Suedafrikas beste  Weine zu kosten sowie diese waehrend der Auktion zu erwerben. Die Ausstellung richtet sich an alle Weinliebhaber, Interessierte, Sammler und Haendler.
                                           

Kapstadt Nedbank Cape Winemakers Guild Auction Showcase
Donnerstag, 23 August 2012
Cape Town International Convention Centre (CTICC)
18:00 – 21:00
R170 pro Person, inklusive ein Glas Wein zur Probe
Tickets unter www.WebTickets.co.za

Johannesburg Nedbank Cape Winemakers Guild Auction Showcase
Donnerstag, 30 August 2012
The Atrium, Nedbank, 135 Rivonia Road, Sandton
18:00 – 21:00
R170 pro Person, inclusive ein Glas Wein zur Probe
Tickets unter  www.WebTickets.co.za


Weitere Informationen unter:


Autor: Natalie Nonnengiesser

Monday, May 21, 2012

Pädagogische Unterstützung für Khayelitsha


Lesen Sie über meine Motivation für ein Jahr nach Südafrika zu gehen, meinen Alltag im Kindergarten und Hindernisse, die ich zu bewältigen hatte.

Am 5.September 2011 hieß es für mich Abschied für ein ganzes Jahr von Freunden und Familie nehmen. In Frankfurt stieg ich in das Flugzeug mit dem Ziel Südafrika, Kapstadt. Mein ganz persönliches Abenteuer begann...

Ich bin Natalie Nonnengießer, mittlerweile 20 Jahre alt und komme ursprünglich aus Bielefeld, einem schönen Städtchen im Westen Deutschlands. Während ich pausenlos für mein Abitur im letzten Jahr paukte, bewarb ich mich nebenbei um einen Freiwilligendienst bei der Waldorforganisation „Freunde der Erziehungskunst Rudolf Steiner e.V.“. Diese kooperiert mit „weltwärts“, dem Auslands-Freiwilligenprogramm des Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung.


Wie alles begann
Ein großer Wunsch ging für mich in Erfüllung, denn schon früh wusste ich: Ein entwicklungspolitischer Freiwilligendienst in Kapstadt, sinnvolle Arbeit leisten, Menschen helfen und mich dabei selbst weiterentwickeln, das ist, was ich machen möchte! Schon 2009 hatte ich durch einen Schüleraustausch vier Wochen bei einer Gastfamilie in Südafrika/Stellenbosch verbracht und mich unmittelbar in die Schönheit und Varietät der Stadt und des Landes verliebt. Doch Südafrika hat auch seine Schattenseiten und die Lebensumstände der schwarzen Bevölkerung in den Townships schockierten mich. Nie zuvor hatte ich Menschen so leben sehen und ich fühlte tiefes Mitleid, vor allem für die Kinder, die oftmals unter katastrophalen Umständen aufwachsen müssen. Doch je besser ich das Leben in den Townships verstand, desto mehr wuchs meine Bewunderung für diese Menschen. Zugang zu Elektrizität, hygienischen Standards und Trinkwasserversorgung sind keine Selbstverständlichkeit und doch meistern die Township-Bewohner ihr Leben Tag für Tag, ohne ihre Lebensfreude und ihren Lebensmut zu verlieren. Mir wurde klar, dass ich die Menschen und das Leben im Township noch besser kennen lernen möchte und meinen kleinen Teil dazu beitragen will, diese Menschen zu unterstützen.
So kam es, dass ich nach meinem erfolgreich abgeschlossenen Abitur und der Trägerzusage,die kurz darauf folgte, meine Sachen packte und in Richtung Süden flog.


Reich und Arm leben nebeneinander
Mittlerweile arbeite ich nun schon seit über acht Monaten in einem kleinem Kindergarten namens „Ilitha Educare“ in Khayelitsha, dem größten Township Kapstadts. Khayelitsha liegt nur knapp über 20 km östlich von der Innenstadt Kapstadt entfernt und der unvorstellbare Kontrast zwischen Reich und Arm auf so kleiner Distanz schockierte mich als Deutsche ungemein. Khayeltisha entstand zur Zeit der Apartheid, als der schwarzen Bevölkerung verboten wurde, sich in den Städten niederzulassen. Somit siedelte sich die schwarze Bevölkerung Kapstadts am Rande der Stadt in sogenannten „Shaks“ (Wellblechhütten)ein. Meinungen gehen auseinander, wie viele Menschen mittlerweile in Khayelitsha wohnhaft sind, denn die Bevölkerung wächst durch starke Geburtenrate und illegale Einwanderung stetig. Schätzungen liegen bei 1,5 bis 2 Millionen.


Das „Centre for Creative Education“
Die Kindergärten oder „Educare Centres“, wie wir sie nennen (eine Mischung aus Kindergarten und Kinderkrippe), werden von der Partnerorganisation, dem „Centre for Creative Education“ hier vor Ort unterstützt und waldorfpädagogisch inspiriert. Das „Centre for Creative Education“ wurde 1993 in Kapstadt gegründet und ist die einzige Ausbildungsstätte für Waldorfpädagogik in Afrika. Zehn Educare Centres in verschiedenen Townships Kapstadts, sowie „Zenzeleni“, die einzige Waldorfschule in Khayelitsha, genießen derzeit antroposophische Unterstützung. Zahlreiche Workshops helfen den „Mamas“ Erziehungsmethoden neu zu überdenken und pädagogisch wertvolle Aktivitäten zu erlernen und umzusetzen. Über 30 Freiwillige aus Deutschland entsendet das „Centre for Creative Education“ zusätzlich seit drei Jahren in die Kindergärten und in die Schule, um die „Mamas“ und die Lehrer und Lehrerinnen zu entlasten und zu unterstützen.


                     „Anfangs war ich geschockt von den Umständen und Bedingungen im Kindergarten“
Der Kindergarten, in dem ich arbeite befindet sich in der Site C in Khayelitsha und betreut offiziell 70 Kinder. Diese 70 Kinder sind nach ihrem Alter in drei verschiedene Gruppen unterteilt. Ich wurde in die Babygruppe eingesetzt, da die Erzieherin überfordert gewesen ist mit knapp zwanzig Kleinkindern und Säuglingen in einem viel zu kleinem Raum. Anfangs war ich geschockt von den Umständen und Bedingungen im Kindergarten. Einen geregelten Tagesablauf für die Kinder gab es nicht, das einzige was auf dem Programm stand, war Füttern, Windeln wechseln und Schlafen legen. Allerdings konnte ich auch schnell nachvollziehen, dass es für die Erzieherin beinahe unmöglich war, noch mit den Kindern raus zu gehen und sich intensiv mit ihnen zu beschäftigen, denn dafür sind es einfach zu viele Kinder, zu wenig Platz und Mangel an Materialien. Ilitha verfügt leider nur über sehr kleines Außengelände, beziehungsweise handelt es sich eher um einen düsteren Hinterhof, wo sich das kleine Klettergerüst seinen Platz mit Toiletten und Mülltonnen teilen muss. Austoben ist daher kaum möglich für die kleinen Knirpse.


Veränderungen in Ilitha
Die ersten Wochen nach meiner Ankunft im letzten September, habe ich mich noch sehr zurückgehalten und zunächst viel beobachtet. Ich habe versucht, die Erzieherin, mit der ich von nun an zusammenarbeiten sollte und die Kinder kennen zu lernen. Nach und nach beschäftigte ich mich damit, was ich im Kindergarten verändern könnte und so führte ich nach 1 ½ Monaten ein Tagesprogramm ein. Dieses Programm beinhaltet neben festen Essenszeiten, einen Morgenkreis, regelmäßiges Singen auf Englisch und Xhosa, das tägliche Raus gehen zu einem nahe gelegenem Spielplatz und das Zähne putzen mit den zwei bis dreijährigen, wofür ich die nötigen Zahnbürsten angeschafft habe.


Ein unüberbrückbares Kommunikationsproblem
Eine weitere Hürde war die Sprachbarriere. Die Kinder werden in der Xhosa-Sprache großgezogen und das Englisch der Erzieherin ist eher gebrochen. Mein Xhosa-Wortschatz reicht leider auch nach über acht Monaten nicht viel mehr als über „Molweni, kunjani? ( Hallo, wie geht`s)aus, was die Arbeit erheblich erschwert.



Der Abschied naht
Jedoch muss ich sagen, dass ich mich mittlerweile sehr wohl in Ilitha fühle und gerne dort arbeite. Mir macht die Arbeit mit den Kindern unglaublich viel Spaß und ich habe das Gefühl, dass ich eine wichtige Bezugsperson für viele Kinder geworden bin. Auch mir sind die Kinder wirklich wichtig geworden und viele sind mir sehr ans Herz gewachsen. An den Abschied in vier Monaten mag ich gar nicht denken!



                                                     

Autor: Natalie Nonnengiesser

Friday, May 18, 2012

The Parlotones melden sich mit einem neuen Album zurück


Bekannt wurden The Parlotones mit ihrem WM-Hit „Come Back as Heroes“ im Jahre 2010. Knapp zwei Jahre später bringen die vier südafrikanischen Jungs ein neues Album mit dem Titel „Jouney Through The Shadows“ auf den Markt, um nicht in Vergessenheit zu geraten.

Das neue Album trägt 12 Lieder, dessen Inhalte größten Teils aus Inspirationen, Erfahrungen und Ereignissen aus ihren Leben und ihrer Umwelt stammen. Aber auch während Südafrikas beliebteste und erfolgreichste Band auf Tour in den USA, in Europa oder in Südafrika ist, werden Liedtexte verfasst.
Bereits über 500 Konzerte spielte die Pop/Alternative-Band bislang, wobei das Konzert vor
120 000 Zuhören vor zwei Jahren in Johannesburg eines ihrer absoluten Highlights ist.
Das Leben als bekannte Künstler bringt Vor-und Nachteile mit sich. Einerseits genießen die Bandmitglieder die Aufmerksamkeit, die ihnen von unzähligen (weiblichen!) Fans entgegen gebracht wird sowie den Ruhm und das abwechslungsreiche Leben. Andererseits leiden sie unter Stress, haben kaum Privatsphäre mehr und können nur wenige Wochen im Jahr in ihrem eigenen Bett schlafen.
Doch pausieren und die Fans auf Neuigkeiten warten lassen, kommt momentan für The Parlotones nicht in Frage. „Du kannst  in der Mitte nicht einfach aufhören. du musst immer wieder etwas machen, denn sonst vergessen dich die Leute.“
 
                               

Autor: Natalie Nonnengiesser 
http://the-parlotones.de/



Monday, May 7, 2012

Wacky Wine Weekend 2012



Dieses Jahr jaehrt sich bereits zum neunten mal der Geburtstag der  groessten jaehrlichen Wein-Veranstaltung im Robertson Wine Valley, dem  Wacky Wine Weekend
                                     vom 07.Juni – 10.Juni 2012
48 Weinfarmen bieten ihre Weine zum Verkosten an und die  Besucher duerfen sich auf noch mehr Entertainment freuen. Diese Veranstaltung  darf im  persoenlichen Kalender nicht fehlen. Der Robertson Wine Clan erwartet Sie zu einem gelungenen Wacky Weekend.



Mehr Informationen unter:
Robertson Wine Valley on (023) 626 3167
Besuchen sie die Wacky Wine Weekend website. www.wackywineweekend.com

Monday, March 19, 2012

Roter Tee in brauner Erde

Das Western Cape, das Land um das Kap, ist eine der spektakulärsten Landschaften der südlichen Hemisphäre. Ein paar Autostunden nordwärts von Kapstadt bestimmen die Cederberge die Topographie. Auf ihrem kargen Grund wachsen die Büsche des Rooibos Tee.

Von Paul Seeberger

Es kann nicht immer Wein sein. Also habe ich mich, nachdem die meisten meiner Winzerfreunde ohnehin genug zu tun haben, in die Cederberge aufgemacht, um mich mit einem anderen – und durch und durch – südafrikanischen Getränk vertraut zu machen. Dabei hatte ich das große Glück, Robert Keller kennenzulernen, der mich in die Welt des Rooibostees einführte, eine Welt, die zum einen tief in die Geschichte führt, zum anderen aber auch demonstriert, wie vielfältig die Vegetation und Pflanzenwelt am südlichen Zipfel Afrikas ist. Und da man Erfahrungen auch teilen sollte, gibt es im Anschluss einen kleinen Text über das vielleicht gesündeste (aber trotzdem leckere) Getränk der Welt.

Dort, wo einst mächtige Zedern standen (die längst der Axt zum Opfer gefallen sind), dominieren heute Millionen grüne Nadelbüsche das braune Terrain. Rooibos, Afrikaans für Rotbusch, ist hier auf einer Fläche von knapp 3000 qkm die Lebensader einer ganzen Region. Gelegentlich durchbrechen jedoch auch rote Einsprengsel dieses grüne Meer. Diese leuchtenden Flecken sind tote und abgestorbene Büsche und verantwortlich für deren Namensgebung.

Rooibos gab es freilich auch schon, als die Cederberge noch von Bäumen bewachsen waren. Damals wurden sie vor allem von einheimischen Bewohnern zur Heilung diverser Krankheiten verwendet. Offiziell aufgebrüht wurden die Nadeln des Rooibos erstmals 1904, Benjamin Grünberg, seines Zeichens russischer Teehändler, sei gedankt. Zwar fand der Tee spontanen Anklang, an zunehmender Reputation gewann er freilich erst in der zweiten Hälfte des letzten Jahrhunderts. Das lag zum einen an seinem feinen, leicht nussigen und honigartigen Geschmack – dem immer ein wenig Süße immanent ist und der deshalb bestens ohne Zucker getrunken werden kann – zum anderen jedoch an seinen vielfältigen gesundheitsfördernden bzw. prophylaktischen Eigenschaften.

Rooibos ist in multipler Weise antikarzinogen, -oxidant und -allergisch. Daneben gibt es allerdings auch einige Faktoren denen man einen pro hinzuaddieren kann. Er besitzt natürliche Vitamine, Kalzium, Kalium, Eisen, Fluor, Magnesium und nicht zuletzt exakt 99 ätherische Öle. Rooibos stärkt das Herz, ist angeblich gut für Heuschnupfengeplagte, tut dem Körper gut und was mindestens genauso wichtig ist, er schmeckt auch richtig gut.

Dass dem so ist, liegt an mehreren Faktoren. Zum einen an den Pflanzen an sich, die, nachdem sie manuell und klassisch mit einer Sichel geerntet wurden, in verschiedene Längen gehäkselt werden. Mit Wasser besprüht, machen sie über Nacht einen Fermentationsprozess durch, der ihnen einen rostroten Ton verleiht. Danach wird der Tee auf grossen Betonplatten an der bis zu 45 Grad heissen afrikanischen Sonne getrocknet und in große 400 kg Säcke abgepackt. Diese werden von den Exportfirmen beim Farmer aufgekauft, gesiebt und sterilisiert und in 20 Kg Säcken abgepackt und exportiert. Der meiste Tee wird im Bestimmungsland dann als lose Päckchen oder in Teebeutel verpackt. Das ist die eine relativ simple Seite der Medaille. Auf der anderen Seite stehen Boden und Klima, und da tauchen auch Parallelen zu den besten Weinen Südafrikas auf. Rooibos liebt die sandigen leicht sauren Sandböden am Fuße der Cederberge und das trockene, karge Klima. Der Busch ist aber, anders als die allermeisten Trauben, so kapriziös, dass er auch wirklich nur in dieser Ecke der Welt überlebenswillig ist (und dort auch gleich bis zu 30 Jahre alt wird, sofern er nicht laufend gestutzt wird). Australier haben sich am Rooibosanbau versucht, Kalifornier ebenso. Beide sind gescheitert.

Wenn der Busch also nicht zum Farmer kommt, dann kommt der Farmer eben zum Busch. So lautete zumindest die Devise von Robert Keller. Der Schweizer folgte dem Ruf des Rotbuschs und zog vor einigen Jahren in den Schlagschatten der Cederberge. 375 Tonnen produziert Keller alljährlich, und selbst die alteingesessenen Teeproduzenten loben seine Qualitäten; aufgrund des Bodens und dem Niederschlag ist der Tee keineswegs kontinuierlich gleich: so hat Rooibos mit einem höheren Holzanteil oder kürzeren Schnitt einen gehaltvolleren, intensiveren Geschmack, während möglichst reiner Nadeltee wesentlich sanfter und weicher wirkt, aber von der Farbe edler wirkt.

Damit der Trinkgenuss auch wirklich optimal ist, bedarf es einer gewissen Trinkkultur: So sollte man Rooibos möglichst mit 90 Grad warmem Wasser aufbrühen, damit die Mineralien und Vitamine nicht zerstört werden. Pro Tasse sollte ca. einen Teelöffel Rooibos verwenden und ihn einige Minuten ziehen lassen. Rooibos ist im Gegensatz zu schwarzem Tee nicht bitter und eignet sich auch bestens als Eistee; mit einem Schuss Zitronensaft oder -sirup wirkt er zudem erfrischend. Rooibos ist koffeinfrei (und deshalb auch ein perfektes Getränk für Kinder, oder abends)!

Wer noch immer keine Lust auf Rooibos bekommen hat, der kann natürlich auch weiter gerne Wein trinken. - Einen Versuch jedoch, ist der rote Tee (der eigentlich zu den Hülsenfrüchten zählt) allemal wert.

Monday, March 5, 2012

Eröffnung der Ausstellung in der WOODSTOCK FOUNDRY

Gestern Abend fand die Eröffnung der Woodstock Foundry & Southern Guild Exhibition in Kapstadt statt. Nicht nur die exklusiven Design-Artikel waren ein Hingucker, sondern auch bunte gemischte Truppe der geladenen Gäste.

Von Julia Berghofer

Das Gebäude der Woodstock Foundry befindet sich in einer aufstrebenden Gegend Kapstadts. Woodstock ist gerade dabei, sich vom zwielichtigen Hinterzimmer der Stadt zum Künstlerviertel und hippen Geheimtip zu entwickeln. Die Präsenz von Armut und Kriminalität lässt sich jedoch noch immer hautnah spüren und gibt dem bunten Treiben innerhalb der umgebauten Fabrikhalle einen surrealistischen Touch.

Mit etwas Phantasie kann man sich noch gut vorstellen, wie es in dem alten, verwinkelten Gebäude mit dem lichten, von einer Veranda gesäumten Innenhof, ausgesehen haben könnte. Ein wenig düster und heruntergekommen muss es ausgesehen haben. Alte, halb verfallene Tore und der Anblick von geschlossenen und vergitterten Geschäften, wenn man aus einem der hohen Fenster auf die angrenzende Straße blickt, runden das etwas schaurige Flair ab.

Heute steht mitten im Innenhof eine lebensgroße von innen beleuchtete Nashorn-Skulptur als Draht und Papier. Im Hintergrund plätschert ein von weiß glänzenden Keramikformen eingefasster Brunnen. In den Ausstellungsräumen finden sich die vielfältigsten Deko-Artikel, Interieur-Design und Schmuck. Sogar ein Hair-Dresser hat sich hier niedergelassen. Die Friseurtischchen sehen aus wie die Nachttische im Krankenhaus, an der Wand hängen alte Biedermeierbilder, Scheren und ein Mao-Porträt. Beim näheren Hinsehen recht willkürlich zusammengestellt, wirkt die Einrichtung des Salons als Gesamtes absolut geschmackvoll und ein wenig schräg.

Etwas gewöhnungsbedürftig ist auch ein eines der Highlights der Ausstellung, ein Kunstgegenstand, der für ganze 17 000 Rand zu haben ist und den vielversprechenden Namen „De Laaste Brai“ trägt. Als letzten Schrei der sogenannten „tombstone couture“ haben die afrikaansen Punk-Künstler Zander Blom und Adriaan Hugo einen Grabstein aus schwarzem Granit zum Grill umfunktioniert. Selbst Fotos von der Installation kosten bereits ein Vermögen.

So bunt, vielfältig und ausgefallen wie die Design-Artikel sind auch die Besucher der Ausstellung. Den meisten sieht man das Künstlerdasein auf den ersten Blick an – erlaubt ist, was gefällt. Nach diesem Motto trifft man auf bunte Vögel, Haute Couture-Erscheinungen und leger gekleidete Kunst-Shopper gleichermaßen.

Wer sich für ausgefallene Kunstgegenstände und Inneneinrichtung interessiert, sich unter Maos wohlwollendem Blick einen neuen Haarschnitt verpassen lassen oder einfach einen Kaffee im angesagten West Street Cafe genießen möchte, dem sei die Woodstock Foundry wärmstens empfohlen!