Monday, March 18, 2013

Südafrikanischer Kardinal ist gegen die Bestrafung von sexueller Gewalt




Der südafrikanische Kardinal Wilfrid Fox Napier steht mit seinen aktuellen Aussagen in heftiger Kritik seitens der Katholischen Kirche. Grund dafür ist die Äußerung, dass Phädophilie für ihn keine Straftat sei, sondern eine Krankheit, die es mit therapeutischer Hilfe zu behandeln gilt. Der 72-jährige Geistliche führte gegenüber eines britischen Radiosenders fort, dass missbrauchte Kinder im weiteren Verlauf ihres Lebens oft selbst zu Tätern werden und sich früher oder später sexuell an Kindern vergehen. Generell müssen Verbrechen zwar bestraft werden, jedoch nicht, wenn es sich bei den Tätern um missbrauchte Opfer handelt, so Napier.
Der Kardinal, der in der Konklave an der Wahl des neuen Papstes Franziskus I. sowie dessen Vorgängers Benedikt XVI. beteiligt war, gilt im südlichen Afrika als einflussreicher katholischer Würdenträger. Die Reichweite der Katholischen Kirche, deren Zuständigkeitsgebiet neben Südafrika auch Botswana und Swasiland umfasst, beträgt immerhin rund 4,5 Millionen Gläubige. Vor 14 Jahren wurde Wilfrid Fox Napier zudem zum Präsidenten der südafrikanischen Bischofskonferenz (SACBC) gewählt und wird seitdem als eine bekannte Persönlichkeit der Kirche gefeiert. Der aktuelle Präsident der SACBC, Stephen Brislin, distanziert sich von den Äußerungen seines Vorgängers.
 


(Foto: The Independent)

von Anne Luckmann

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